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Hochrisiko bei ASP und HPAI

Landwirtschaft

Radar bei Tierseuchen zwei Mal auf rot

Das aktuelle Radar Bulletin des Friedrich-Loeffler Instituts (FLI) für Tierseuchen zeigt gleich zwei rote Signalfarben. Die Gefahr für eine Einschleppung der für Menschen ungefährliche Afrikanische Schweinepest (ASP) bleibt seit Monaten unverändert hoch.

ASP

Im Januar wurden sowohl in Rumänien als auch in Bulgarien neue Ausbrüche der ASP in Hausschweinebeständen gemeldet. Unter den 81 Neumeldungen in Rumänien ist lediglich ein Großbetrieb, in Bulgarien sind bei sechs Ausbrüchen zwei Großbetriebe mit jeweils mehr als 20.000 Schweinen betroffen.  In Serbien wurde nach einem Ausbruch in einem Hausschweinebestand im September 2019 im Januar Fälle bei Wildschweinen gemeldet. In Belgien hat sich die Situation offenbar beruhigt. Es wurde zwar noch ein skelettiertes Wildschwein mit dem ASP-Virus gefunden, Untersuchungen haben aber gezeigt, dass das Tier bereits seit mindestens sechs Monaten tot war. Aktuellere Virenbefunde gibt es nicht.

In Polen wurden befallene Wildschweine nahe an der deutschen Grenze gemeldet. Die aktuell kürzeste Distanz liegt bei 13 Kilometern. Polen und Deutschland haben mit dem Bau von Wildzäunen begonnen. Das infizierte Wildschwein konnte die Zaunanlage umgehen und gelangte offenbar durch eine Autobahnunterführung südlich der Zäune.

Für Deutschland bleibt das Risiko für einen Eintrag der ASP sehr hoch. Reisende werden nach wie vor eindringlich gewarnt, kein Schweine- und Wildschweinfleisch aus Polen mitzubringen. Jagdreisende müssen ihre Ausrüstung vor der Rückkehr sorgfältig reinigen und desinfizieren.

H5N8

Nachdem Polen Ende 2019 den Ausbruch der hochpathogenen aviären Influenza (H5N8) gemeldet hat, wurden im Januar 15 weitere Geflügelbetriebe infiziert. Überwiegend sind Putenbetriebe betroffen, die im Osten und Westen des Landes liegen In Deutschland wurde im Januar eine Infektion bei einer Blässgans in Grenznähe zu Polen gemeldet. Die Signalampel wurde vom FLI seit Monaten erstmals auf rot gesetzt, weil es eine große Anzahl an Zugvögel in der Region gibt. Die Bevölkerung wird aufgefordert, tot aufgefundene Wasservögel für die Früherkennung einer Virusverschleppung dem Veterinäramt zu melden.

roRo

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