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Höchste Betriebswerte in Dänemark und den Niederlanden

Landwirtschaft

EU-Bericht zur Ökonomie landwirtschaftlicher Betriebe

EU-Bericht zur Ökonomie landwirtschaftlicher Betriebe

Am Freitag hat die EU einen Bericht zur Ökonomie landwirtschaftlicher Betriebe auf der Datenbasis des Jahres 2015 vorgelegt. Vereinzelt wurden auch bereits vorliegende Daten aus dem Jahr 2016 verwendet. Nach einem starken Abfall im Jahr 2009 hat sich die wirtschaftliche Lage bis 2012 langsam verbessert. Nach einem erneuten Minus im Jahr 2013 hat sich dann in den beiden Folgejahren wieder eine Erholung eingestellt.

Das Einkommensplus resultiert aus einer Wertsteigerung der landwirtschaftlichen Erzeugung im Ackerbau. Im Bereich der tierischen Produktion hielt der negative Trend jedoch weiter an. Der Bericht weist zudem sehr große Differenzen zwischen Betrieben quer durch Europa aus. Der durchschnittliche Wert eines Hofes ist in Dänemark und den Niederlanden mit mehr als 2,4 Millionen Euro am höchsten. Am niedrigsten ist der Durchschnittswert für einen bulgarischen Hof mit weniger als 100.000 Euro.

Die Unterschiede resultieren aus den Differenzen aus Bodenpreisen und der genutzten Kapitalintensität der Produktion. Zwischen 2007 und 2015 konnten jedoch einige bulgarische Betriebe ihren Wert verdoppeln.

Die Zahl der landwirtschaftlichen Arbeiter variiert ebenfalls stark. Vom Durchschnitt mit 12,4 Vollzeitarbeitskräften weicht Griechenland mit nur einem Arbeiter am deutlichsten nach unten ab. 77 Prozent der Arbeitskräfte sind in Europa Familienangehörige. Eine größere Umkehr hin zu Fremdarbeitern findet derzeit nur in Dänemark, Estland, Ungarn, der Slowakei und in Tschechien statt.

Über die erste Säule der Gemeinsamen Agrarpolitik werden die Direktzahlungen nach Fläche an die Betriebe ausbezahlt. Im Durchschnitt aller 28 EU-Länder machen diese rund 30 Prozent des Gesamteinkommens aus. Nur der Rest wird über den Markt erzielt. Über die Jahre hinweg hat sich dieser Anteil kaum verändert und variiert nur zwischen den Produktionssektoren. So liegt der Anteil der Direktzahlungen am Einkommen bei Weidebetrieben sowie Marktfruchtbetrieben mit Ackerbau und Viehhaltung vergleichsweise höher.

Die Liquidität ist ein anderer Parameter, der sich zwischen den Regionen deutlich unterscheidet. Der Grad an Verbindlichkeiten ist in Dänemark, Frankreich und der Slowakei mit 60, 43 und 35 Prozent am höchsten. Die Mediterranen Länder und Irland weisen mit weniger als drei Prozent die stabilsten Verhältnisse auf. Die Daten zeigen für Deutschland ein West-Ost-Gefälle. Die Verbindlichkeiten sind auf den kapitalintensiven Betrieben im Osten höher als im Westen.

Lesestoff:

https://ec.europa.eu/info/news/latest-report-shows-income-increase-eu-farming-sector-2018-oct-18_en

Roland Krieg, Foto: Titelbild

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