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Hohe Verluste bei Bio-Gurken

Landwirtschaft

Landwirte geben Bio-Gurken auf

Die Hauptanbaugebiete von Bio-Gurkenliegen in Niederbayern, im Rheinland und im Spreewald. Kalte und feuchte Nächte haben dort dem Anbau einen gehörigen Strich durch die Rechnung gemacht. Der Bundesverband der obst-, gemüse- und kartoffelverarbeitenden Industrie (BOGK) geht von erheblichen Verlusten in Höhe von 50 Prozent durch Spinnmilben und Mehltau aus. Dem Bio-Anbau stehen keine Bekämpfungsmittel zur Verfügung. „Die Lage ist absurd“, erläutert BOGK-Geschäftsführer Christoph Freitag. „Die Erntesaison 2020 war zu tagsüber zu heiß und zu trocken. Trotzdem kämpften die Biobauern mit kalten feuchten Nächten. Die halbe Ernte zu verlieren ist dramatisch.“

Rückzug aus Bio

Die wirtschaftlichen Auswirkungen der Missernte werden im Bio-Bereich von der Landwirtschaft bis zum Kunden spürbar sein. Im Gurkenanbau fehlen nach Einschätzung des BOGK ein Drittel der erwarteten Einnahmen. Die ersten Bauern, die die Industrie im Rahmen von festen Lieferverträgen beliefern, haben bereits ihren Rückzug aus dem Bio-Anbau angekündigt. Auch für die Industrie sind die geringeren Mengen ein Problem, denn sie wirken sich auf die Kalkulation aus. Lebensmitteleinzelhandel und Verbraucher werden sich auf ein schmaleres Angebot zu höheren Preisen einstellen müssen.

Der Bioanbau ist abhängiger vom Wetter als der konventionelle Anbau. Der spezialisierte Bio-Handel hat sich auf die Ernteschwankungen eingestellt. Sollte allerdings der Öko-Anbau auf 25 Prozent steigen, wie es in der Farm-to-Fork-Strategie vorgeschlagen ist,  werden die Schwankungen auch auf den allgemeinen Lebensmittelhandel durchschlagen, befürchtet der BOGK. Vor allem die Bauern brauchen neue Vereinbarungen, das Risiko von Miss- und Minderernten auf Verarbeiter und Handel fair aufzuteilen.

roRo

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