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Imkerbund freut sich über Nachwuchs

Landwirtschaft

Bremer „Gitterhonig“ und neue Glasgröße?

Nach Jahren des Imkerschwundes freut sich der Deutsche Imkerbund in seiner Jahresrückschau über Zuwachs in allen 19 Landesverbänden. Erfreulicherweise lockt die Biene als kleinstes Nutztier junge Menschen an und wirkt der drohenden Überalterung des Verbandes entgegen.

In der jüngsten Einwinterungsphase haben die Imker rund 3,1 Prozent Völkerverluste vermeldet. Vor zwei Jahren waren es 10,5 und im letzten Herbst 4,2 Prozent. Der Deutsche Imkerbund rechnet aus den vorliegenden Meldungen die Völkerverluste für den gesamten Winter 2013/14 hoch und kommt auf eine Zahl zwischen zehn und 15 Prozent. Die Einwinterungsverluste sind regional sehr unterschiedlich. Am höchsten sind sie in Brandenburg mit 4,4 Prozent, am niedrigsten im nördlichen Nachbarland Mecklenburg-Vorpommern mit 0,6 Prozent.
Im europäischen Vergleich liegt Deutschland nah am Durchschnitt. Am stärksten hat es belgische und französische Imker mit 23,8 und 35,7 Prozent Einwinterungsverluste getroffen.

Pflanzenschutz

Der Blick auf das Jahr 2013 fällt für die Imker auch wegen des Verbotes der Neonicotinoide freundlich aus. Sie kritisieren jedoch generell, dass das Zulassungsverfahren für Pflanzenschutzmittel nicht auf das soziale Wesen der Bienen ausgerichtet ist. So berichtet Dr. Alex Papachristoforou von der Universität Thessaloniki von einer Kurzatmigkeit der Bienen, die bereits bei geringen Dosen Imidacloprid verursacht werde. Daraus resultiert eine veränderte Herzfrequenz und Desorientierung der Bienen.
Gespannt blicken die Imker auf den Herbst 2014. Dann liegen Ergebnisse eines neuen Feldversuches aus Mecklenburg-Vorpommern vor. Vergleiche zwischen mit Neonicotinoiden gebeiztem und ungebeiztem Rapssaatgut auf die Bienengesundheit werden geprüft.
Vielleicht können die Imker auch bereits ein erstes Fazit zum Greening in der neuen europäischen Agrarpolitik ziehen. Grundsätzlich kommen die Greening-Komponenten den Imkern entgegen.

Neue Glasgrößen

Seit 30 Jahren wird Honig in nahezu unveränderten Glasgrößen angeboten. Das 500 Gramm-Glas nahm 99,4 Prozent Marktanteil ein. Der Rest wurde im 250 Gramm-Glas angeboten. Im letzten Jahr hat sich das Verhältnis wegen der Zunahmen von Ein-Personen-Haushalten leicht verändert. Das 250 Gramm-Glas hat einen Anteil von 6,7 Prozent gewonnen. Bis Februar können die Imker darüber entscheiden, ob noch weitere Glasgrößen wie 125 oder 80 Gramm angeboten werden sollen. Kleinere Verpackungen entsprechen dem Trend, Premiumprodukte anzubieten - dem stehen jedoch hohe Entwicklungskosten gegenüber.

Bremer „Gitterhonig“

Eine Premiere gibt es auf jeden Fall in der Hansestadt Bremen. Auf dem Gelände der ehemaligen Justizvollzugsanstalt Blockland werden Gemüse und Streuobst angebaut. Fünf der insgesamt 30 Hektar sind bereits freigelegt. Im Sozialbrennpunkt Gröpelingen gelegen sollen in Zusammenarbeit mit dem Senat, der Vollzugsanstalt Bremen, dem Hoppenbank e.V. und dem 1875 gegründeten Bremer Imkerverein strafentlassene Quartierbewohner und aktuelle Freigänger auch den Umgang mit Bienen erlernen. Vorsitzender der Bremer Imker, Dieter Rudolph: „Ein Bienenstaat ist ein sozialer Staat – deshalb ist das Projekt hier auch gut untergebracht.“ Eines der Produkte vom Gelände der ehemaligen Strafanstalt wird der „Gitterhonig“ sein.

Roland Krieg

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