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Immer mehr Nandus in Norddeutschland

Landwirtschaft

Fast 300 Jungnandus in diesem Jahr

„Neozoen“ sind „Neue Lebewesen“ in einem Habitat, in dem sie vorher nicht präsent waren. Zwischen 1999 und 2001 sind dem Freigehege Groß-Grönau in Schleswig-Holstein mehrere Nandus (Rhea americana) entflohen, die sich in Norddeutschland heimisch fühlen. Es handelt sich um einen flugunfähigen Vogel aus Südamerika. Der Nandu gilt jedoch nicht als invasiv, weil er keine Auswirkungen auf heimische Arten hat. Allerdings wird die Nandu-Population genau beobachtet – man weiß ja nie.

Die Nandu-Zählung 2018 hat einen deutlichen Anstieg der Nandus im Biosphärenreservat Schaalsee-Elbe gezeigt. Von 566 Nandus sind 294 Jungvögel aus diesem Jahr dabei. Bei 128 Tieren ist die Bestimmung von Geschlecht und Alter zu möglich. Offenbar hat die warme und trockene Witterung den Tieren gut getan.

Durch Beweidung von Raps- und Getreideflächen richten sie allerdings große Schäden an. Vergrämungsmaßnahmen von Landwirten hatten keinen Erfolg. Daher durften nach Antrag an das Biospährenreservat in diesem Jahr erstmals Manipulationen am Nande-Gehege durchgeführt werden. Dazu wurden Personen namentlich für einen engen Zeitraum beauftragt. Von 238 gefundenen Eiern wurden 190 frisch gelegte und gelbliche Eier mit Paraffin überzogen oder angebohrt. Die Eier wurden im Nest gelassen.

Landwirtschaftsminister Dr. Till Backhaus  ist wegen der wachsenden Nandu-Population alarmiert: „Die aktuelle Entwicklung ist für mich Anlass prüfen zu lassen, ob weitere Möglichkeiten bestehen, mit denen wir dem Populationsanstieg entgegenwirken können.“ Das Monitoring wird von Landwirten und Rangern des Biospährenreservates durchgeführt.

roRo

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