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In Öko-Ställen weniger MRSA

Landwirtschaft

Multiresistente Keime in Ställen

Methicillin-resistente Staphylococcus aureus heißt die Keimfamilie, die als Zoonose von Menschen auf das Tier und umgekehrt springen kann. MRSA wird in Lebensmitteln und bei Nutztieren nachgewiesen und kann daher eine Infektionsquelle für Menschen sein. MRSA ist bedeutend, weil die Keime gegen Standardantibiotika resistent geworden sind. Das Ausweichen auf weniger wirksame oder weniger verträgliche Alternativtherapien kann nach Angaben des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) zu längeren Krankenhausaufenthalten und zu Todesfällen führen.

Die Wissenschaft unterscheidet drei Gruppen von MRSA. Die Keime, die in Krankenhäusern übertragen werden (hospital acquired MRSA; haMRSA), Keime, die außerhalb von Krankenhäusern von Mensch zu Mensch übertragen werden (community acquired MRSA; caMRSA) und Keime, die bei Nutztieren kursieren (livestock associated MRSA; laMRSA). Zu den laMRSA zählen die klonalen Komplexe (CC)398, aber auch CC9 und CC97. laMRSA sind gegenüber anderen Typen möglicherweise im Vorteil, weil sie Menschen leichter besiedeln können.

Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) veröffentlicht Daten aus dem Zoonosen-Monitoring. Zwischen 2009 und 2018 wurde in Schweinebeständen vor allem der Typ (CC)398 nachgewiesen, gefolgt von Mastkälbern, Puten und Mastrindern. In Masthähnchen wurde die geringste Rate ermittelt, teilt das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) auf Anfrage von Bündnis 90/Die Grünen mit. Statistisch eindeutige Tendenzen über einen ab- oder zunehmenden Trend zeigen die schwankenden Daten nicht.

Gleichwohl zeigte sich im Vergleich, dass 2014 in Tankproben von konventionellen Milchviehbetrieben die Nachweisquote mit 9,7 Prozent deutlich höher als bei Öko-Betrieben mit 1,7 Prozent liegt. Auch bei Putenbeständen war die Quote mit 11,0 zu 42,7 Prozent bei den Ökoställen günstiger. Hinweise zeigen auch eine geringere laMRSA-Belastungen in der ökologischen Schweinehaltung.

Roland Krieg

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