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Insekten sterben

Landwirtschaft

Sofortprogramm Insektensterben

Wenn Insekten sterben, ist das dann schon Insektensterben? Die Studie aus Krefeld, die das Wort in die Politik brachte ist aus wissenschaftlicher Sicht dürftig. Nicht nur, dass das Insektensterben in Schutzgebieten gemessen wurde, die Wissenschaftler hatten lediglich die Biomasse und nicht die Zahl der Arten bewertet. Fehlt ein schwerer Käfer wiegt das mehr als wenn mehrere Leichtgewichte fehlen. Systematisch auf Bestand werden in Deutschland lediglich 40 Insektenarten langfristig untersucht.  

Dennoch. Der Artenschwund ist weltweit festzustellen und Insekten stehen am Anfang der Nahrungskette. Mehr Forschung ist dringend notwendig. Auch über die Ursachen. So ist die Lichtverschmutzung ein starker Faktor, der Insekten bis zur Todesmüdigkeit um Straßenlaternen kreisen lässt.

Das Bundeskabinett hat am Mittwoch Eckpunkte für ein Aktionsprogramm Insektenschutz verabschiedet, weil sie in ihrer Vielfalt Nutzpflanzen bestäuben, Schadorganismen abbauen, Gewässer reinigen und die Fruchtbarkeit von Böden erhalten. Die Summe der positiven Effekte allein rechtfertigt den Schutz der Tiere, selbst wenn von einem Insektensterben nicht geredet werden muss. Doch selbst Bundeskanzlerin Angela Merkel hat zuletzt auf der Jahreskonferenz des Rates für Nachhaltige Entwicklung Anfang Juni deutlich gemacht: „Ich bin sehr froh, dass wir uns entschieden haben, jetzt ein Aktionsprogramm Insektenschutz aufzulegen. Auch da könnte man wieder sagen: das ist nicht schnell genug. Wie viele Bienen und Insekten müssen eigentlich erst nicht mehr da sein, bevor wir handeln? Manch einer findet, dass wir da sehr langsam sind. Aber wir haben uns vorgenommen, hier etwas zu tun.“

Die von der Regierung geplante Ackerbaustrategie soll ein wesentlicher Baustein sein. So richtig fertig ist das Programm noch lange nicht. Das Aktionsprogramm Insektenschutz soll erst im nächsten Jahr starten. Dann erst wird klar sein, wie weit beispielsweise Pflanzenschutzmittel reduziert werden sollen. Zusätzlich sollen Schutzgebiete gestärkt, weniger Dünger und Schadstoffe in Gewässer gelangen und vor allem die Forschung gestärkt werden.

roRo

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