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Institute erwarten hohe Bienenverluste

Landwirtschaft

Bienenverluste so hoch wie im Winter 2002/03

Von 900.000 Bienenvölkern im Jahr 2002 hatten rund 300.000 den Winter nicht überstanden. Deshalb wurde 2004 ein Bienenmonitoring eingerichtet, dass den Verlusten auf die Spur kommen sollte. Die Berufsimker standen dem Monitoring skeptisch gegenüber, weil beispielsweise die Wirkung von ausgebrachten Pflanzenschutzmitteln nicht in vollem Umfang Bestandteil des Monitoring war und sich die Hersteller der Beteiligung enthielten.
Im nächsten Jahr werden neun Bieneninstitute das Monitoring zusammen mit der Landwirtschaft, dem Bund, den Ländern und dem Deutschen Imkerbund neu aufstellen.
Sie fangen von vorne an, denn die Bieneninstitute befürchten im kommenden Winter ähnlich hohe Verluste wie 2002/2003.

Verluste regional unterschiedlich
Die Herbstumfrage der Bieneninstitute hat bei 2.335 Imkerbetrieben eine Verlustquote von 29,3 Prozent hervorgebracht. Von den bereits eingewinterten 10.421 Bienenvölkern waren bereits 6,2 Prozent im Herbst tot. Besonders betroffen seien Imker aus Sachsen und Baden-Württemberg. „Einige Regionen werden auch noch höhere Ausfälle verkraften müssen“, erklärte Dr. Christoph Otten vom Bieneninstitut Mayen. Er weist darauf hin, dass das Fehlen von Bienenvölkern „bereits Auswirkungen auf die flächendeckende Bestäubung“ habe. Die Biene sei nicht ur als drittwichtigstes volkswirtschaftliches Nutztier bedeutend, sondern ein wichtiges Bindeglied im Naturkreislauf und als Bioindikator.

Sachkundenachweis Imkerei
Gewerbeimker verlangen vereinzelt einen Sachkundenachweis für die Bienenhaltung. So werden mit Ameisensäure behandelte Bienenvölker frei von Varroamilben, weil die verdunstende Säure die Milben recht zuverlässig abtötet. Doch in diesem Spätsommer brachen die Völker erneut zusammen. Eine neue Behandlung zeigte, dass in der Zwischenzeit die Milben wieder eingewandert sind. „Die so genannte Reinvasion“ aus nicht oder schlecht behandelten Völkern sorgt für eine neuerliche Masse an Milben“, so ein Imker. Die Parasiten stammten aus bis zu drei Kilometer Entfernung aus nicht oder schlecht behandelten Völkern. Solche „verwahrlosten Völkern werden zu Milbenzuchtbasen“. Gegen solche Inkompetenz soll ein Sachkundenachweis helfen.

roRo

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