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Internationaler Tag des Baumes

Landwirtschaft

Ein Apfelbäumchen alleine reicht nicht mehr

Heute ist der Tag des Baumes – den wir vor lauter Wald kaum noch einzeln wahrnehmen wollen. Dabei sind einzelne Exemplare lebendige Baum an der Oder bei Lebusoder literarische Lebensgeschichte. Annette von Droste-Hülshoff beschreibt in ihrer Geschichte aus dem „gebirgichten Westfalen“ das Brederholz im Teutoburger Wald, das „den Abhang des Gebirges niedersteigt“. „Friedrich, kennst du den Baum? Das ist die breite Eiche. Sieh, hier haben Ohm Franz und der Hülsmeyer deinen Vater gefunden, als er in der Betrunkenheit ohne Buße und Ölung zum Teufel gefahren war.“
In diesem Jahr ist ganz unromantisch und bar jeglicher Dramatik der Wirtschaftsbaum Kiefer zum Vertreter des Jahres auserkoren worden.

Ein Baum für 12 Thüringer
Das Thüringer Ministerium teilte mit, dass im Jahr 2003 rund 18,8 Millionen Tonnen CO2 emittiert wurden, was umgerechnet etwa 7,9 Tonnen CO2 je Einwohner sind. „Das entspricht etwa der gleichen Menge CO2, die in 12 ausgewachsenen Bäumen gebunden ist“, resümiert Staatssekretär Prof. Dr. Christian Juckenack. Zweifelsohne ist der Wald damit ein wirksamer Klimaschutzfaktor und filtert zudem noch den Feinstaub aus der Luft. Der Sturm Kyrill, dem in Thüringen rund 5 Millionen Bäume zum Opfer gefallen sind, hat also nicht nur volkswirtschaftliche Schäden, sondern auch Schäden beim Klimaschutz hervorgerufen.

O ja, du bist zäh, du alter Kumpan;
Doch das fruchtet kaum, denn du glaubst bald dran
(Haut wieder)
Wohl hast du ein Panzerhemd; einerlei –
Wär´s noch so stark, hei! ich fetz dir´s entzwei, -
Ja, ja; du schüttelst den krummen Arm;
Nur zu Recht erbost sich dein Grimm und Harm;
Jedennoch mußt du mir in die Knie - !

Peer Gynt zu Beginn des dritten Aktes beim Fällen von Nutzholz

Für einen Hektar Wald können etwa 790 Tonnen CO2-Äquivalent Speichervolumen angenommen werden. Die Wälder Thüringens versenken damit 388 Millionen Tonnen Kohlendioxid. Umgerechnet: Jeder Festmeter Holz beinhaltet 0,9 Tonnen CO2-Äquivalent – oder jedes kg Holz speichert 1,8 kg CO2.

Tag des Baumes seit 1872
Die Idee für den Tag des Baumes kommt aus dem nordamerikanischen Bundesstaat Nebraska. Dort hatte einer der ersten Siedler, die seit 1854 in diese baumarme Gegend kamen, vorgeschlagen, einen „Feiertag für Baumpflanzungen“ einzuführen. Es war der Journalist Sterling Morton, der damit erreichte, dass am 10. April 1872 in ganz Nebraska mehr als eine Million Bäume gepflanzt wurden.
Der erste Bundespräsident Theodor Heuss übernahm am 25. April 1952 diese Idee und führte mit dem Pflanzen eines Ahorns den „Tag des Baumes“ auch in Deutschland ein. Seitdem werden an diesem Tag symbolisch von der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald (SDW) Pflanzaktionen durchgeführt, um insbesondere der Jugend, die Bedeutung von Bäumen näher zu bringen.

Kleines Baum-„ABC“
Das Kambium zwischen Holz und Rinde ist die Wachstumsschicht des Baumes. Es bildet nach innen Xylem (Holzzellen) und nach außen Phloem (Rindenzellen).
Im Xylem (Holz) wird Wasser mit den darin gelösten Nährsalzen von den Wurzeln im Boden über den Stamm zu den Nadeln oder Blättern transportiert. Im Alter verkernen bei manchen Baumarten die zentralen Holzpartien (Kernholz). Es entsteht dadurch ein äußerer, wasserführender Splint und eine innere stabilisierende Säule, der Kern.
Im Bast wird der von den Blattorganen photosynthetisch hergestellte energiereiche Pflanzensaft abwärts geleitet.
Abgestorbener Bast wird zur Borke. Sie schützt die empfindliche Wachstumsschicht.
Aus: Zahlen und Fakten: Wald und Holz, Bayrische Staatsforstverwaltung

„Auf die Bedeutung des Waldes für Menschen und Wirtschaft hinzuweisen, ist gerade im Zeitalter von Gameboys, Internet usw. und vor dem Hintergrund der aktuellen Diskussion um Klimaschutz und Klimawandel noch wichtiger geworden“, sagt Dr. Till Backhaus, Landwirtschaftsminister aus Mecklenburg-Vorpommern. Anlässlich des „Tag des Baumes“ weist er auch auf die tiefere Symbolik der Bäume hin: „Sie sind unverzichtbare Bestandteile unserer Umwelt und sie schlagen aufgrund ihrer langen Lebenszyklen Brücken in die Vergangenheit und in die Zukunft. Sie machen uns neugierig auf die Zeit unserer Vorfahren und sie sind ein Pfand für eine lebenswerte Zukunft der uns folgenden Generationen.“

Ausstellung, Tipps und Informationen
Seit Montag gibt es im Foyer des Thüringer Ministeriums für Landwirtschaft, Naturschutz und Umwelt die Ausstellung „Klimawandel – Perspektiven für Forst- und Holzwirtschaft“.
Heute wird die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald in der Kindertagesstätte des Deutschen Bundestages in Berlin einen Zwetschgenbaum pflanzen. Die einzelnen Landesverbände werden noch in den nächsten Tagen Termine für die Öffentlichkeit anbieten. So feiert am 28, April der Landesverband Saarland im Europäischen Kulturpark Bliesbruck-Reinheim sein 50jähriges Jubiläum und der Landesverband Rheinland-Pfalz pflanzt anlässlich des „Tag des Baumes“ am Samstag Bäume in Gunsenberg. Weitere Termine gibt es unter www.sdw.de.
Weitere Informationen finden sie beispielsweise unter
www.forst.bayern.de
www.waldundklima.net

VLE; Foto: roRo; Baum an der Oder

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