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Jubiläumsfest in Brandenburg

Landwirtschaft

Fünftes Dorf- und Erntefest in Neuhausen

In Brandenburg geht der Trend zum mehrtägigen Feiern. Das in diesem Jahr bereits zum fünften mal veranstaltete Dorf- und Erntefest findet deshalb gleich an drei Tagen statt. Dieter Perko, Bürgermeister der Gemeinde Neuhausen/Spree legte am Mittwoch in Potsdam auch die guten Gründe offen: 600 Mitwirkende und sechs Bühnen nur für einen Tag zusammen zu bringen und auf- und wieder abzubauen sei zu schade.
So beginnt das Erntefest am Freitag Abend bereits mit dem Konzert „Classic meets Rock“, für das auch das Philharmonische Orchester aus Zielona Góra gewonnen werden konnte. Die polnischen Nachbarn sind bei einigen Programmpunkten vertreten. Das eigentliche Erntefest findet dann am Samstag statt und klingt bis zum Sonntag Abend aus.
Neuhausen liegt direkt an der Bahnstrecke Cottbus-Görlitz und wird im Stundentakt auch von Berlin angefahren, so dass Dieter Perko fest daran glaubt, die Besuchermarke von 50.000 knacken zu können. Über die Bahngleise wurde sogar extra eine Fußbrücke gebaut.

Agrarflugzeuge, Gurkenlikör und Liederbuch
Agrarminister Dr. Dietmar Woidke freut sich, dass vor allem für die Kinder der im Schloss Neuhausen eingezogene Kinderzirkus Cipollino durchgängig Programm macht.
Am Samstag ist der Höhepunkt die Wahl der Erntekönigin, die neben ihrer Ausstrahlung auch Fachwissen aus der Landwirtschaft beweisen muss. Gegen 16:30 Uhr soll die Siegerin aus fünf Bewerberinnen fest stehen.
FestschinkenDas Erntefest bietet Gelegenheit, die Produkte, die den Besuchern von der Grünen Woche bekannt sind, auch einmal vor Ort zu verkosten. Die Lausitz hat für die Berliner Messe immer etwas neues kreiert. Diesmal gibt es bereits für das Erntefest etwas Neues. Zum einen ist das ein hochprozentiger Gurkenlikör, der nicht nur grün ist, sondern auch nach Gurke schmeckt. Dann gibt es einen speziellen Festschinken, der sich nicht nur durch eine besonders lange Reife auszeichnet, sondern auch durch einem speziellen Rauch. Buchenholz ist nur der konventionelle Teil des Rauchs, verrät der Metzger.
Die Vermarktungsorganisation pro agro präsentiert auf einer eigenen Bühne rund 20 Spezialitäten, von denen die eine oder andere in ein Vermarktungsprogramm überführt werden soll. Der Festschinken der Landfleischerei Turnow soll rund um Berlin einen festen Platz auf den Speiseplan erhalten – wenn er die Gäste des Erntefests von seiner Qualität überzeugt.
Erstmals gibt es auch eine Flugschau an der unter anderem Agrarflugzeuge teilnehmen und mit gefärbten Wasser zeigen, wie sie damals zum Einsatz kamen. Die Gemeinde hat für das Erntefest ein Liederbuch mit Volksliedern herausgegeben, das am kommenden Samstag vorgestellt wird.

Landverbundenheit
Alle Akteure des ländlichen Raums sind auf dem Erntefest dabei. Dr. Gerd Lehmann von pro agro weist dabei besonders auf den Tag der Vereine hin, der erstmalig veranstaltet wird. Ohne das Ehrenamt wären viele Tätigkeiten, Fürsorgen und Attraktionen des ländlichen Raums gar nicht möglich.
Binden einer ErntekroneEs stehen 21 Erntekronen im Wettbewerb, die Schönste zu werden. Bis zu 200 Stunden wird an einer einzelnen Krone gearbeitet.
„Guck mal“ wird zwar erst am 19. September in Schäpe bei Beelitz offiziell vorgestellt, aber die Festbesucher können in Neuhausen schon mal sehen, um was es dabei geht. An besonders exponierten Orten Brandenburgs wird ein 2 x 1,20 großer auffallend roter Bilderrahmen „in die Landschaft“ gestellt. Dieser lädt ein, den eingerahmten Blickwinkel über einen längeren Zeitraum zu beobachten und vor allem die Landschaftsausschnitt einmal bewusst wahrzunehmen.
In Sachsen wurden in dieser Woche Hütehunde im Rahmen eines Projektes vorgestellt, Schafherden zu bewachen. Die regionale Presse geriet in Aufruhr, weil ein Wolf ein Schaf gerissen hatte. Wie ernst die Gefahr wirklich ist und was es mit den Hütehunden auf sich hat, erfahren Festtagsbesucher in Neuhausen: Das Amt für Forstwirtschaft Peitz wird mit einem Informationsstand „Wölfe in der Lausitz“ präsent sein.

Lausitzer Wein
Im 12. und 13. Jahrhundert brachten Rheinländer und Franken als Handwerker und Bauern die ersten Rebstöcke in die Lausitz. Bis 1880 hatte der Weinbau rund um Guben eine bedeutende Rolle gespielt und sich als Weinhandelsstadt einen Namen gemacht. Eintausend Weinberge weiß Helmut Moelle zu kartographieren. 1557 kelterten die Gubener 523.000 Liter Wein. Heute gibt es, besonders auf polnischer Seite, einzelne Reben aus der alten Zeit und werden in der Regel noch zum Naschen verwendet. Helmut Moelle hat aus Interesse an diesem Kulturgut den Weinverein „Gubener Weinbau“ gegründet und zwischen 2004 und 2005 einen Weinberg mit 4.500 Reben neu angelegt. Ziel des Vereins ist es, den historischen Weinbau zu beleben und einen Beitrag für den Tourismus zu leisten.

Lesestoff:
Das 5. Dorf- und erntefest findet in Neuhausen/Spree zwischen dem 12. und 14. September statt. Das komplette Programm finden Sie unter www.neuhausen-spree.de

roRo; Fotos: Neuhausen/Spree

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