Jungbauern in Afrika

Landwirtschaft

Praktikanten erstmals nach Uganda

Mal weg vom eigenen Hof. Mal was ganz anders kennen lernen. Agrarier haben den Vorteil mit der Landwirtschaft vor Ort ganz neue Lebenswelten zu entdecken.

Die Schorlemer Stiftung des Deutschen Bauernverbandes hat zusammen mit der Andreas Hermes Akademie ein Projekt entwickelt, Berufstätige und Studierende der Landwirtschaft und des Gartenbaus erstmals nach Uganda zu entsenden.

Kernanliegen dieses Austausches ist, junge Nachwuchskräfte auf internationaler Ebene zu fördern und zu vernetzen, um einen kontinuierlichen Wissenstransfer zu garantieren. Er soll neue berufliche Möglichkeiten eröffnen und die sozialen Kompetenzen stärken. Neben allem fachlichen Wissen ist es letztendlich wichtig, dass aus unserem Nachwuchs erfrischende und motivierte Persönlichkeiten hervorkommen, die kulturell offen, anpassungsfähig und selbstbewusst sind. „Mit diesen Aktivitäten leistet der landwirtschaftliche Berufstand eine echte und praxisnahe Entwicklungsarbeit“, unterstreicht der stellvertretende Generalsekretär des Deutschen Bauernverbandes, Gerald Dohme, den bevorstehenden Projektstart.

Die Teilnehmer erleben in drei Monaten Praktikumszeit die ugandische Lebensweise und können sehen, wie Landwirtschaft in einem gemäßigt-tropischen Land ausgeübt wird. Im Gegenzug kommen zehn Ugander auf landwirtschaftliche Betriebe in Deutschland. Hier lernen sie nicht nur moderne Technik kennen, sondern auch wie Landwirte wirtschaften und leben. Die Teilnehmer beider Seiten sollten im Alter von 20 bis 35 Jahren sein, müssen praktische Erfahrung vorweisen und gut Englisch sprechen.

Steckbrief Uganda

Winston Chruchill nannte Uganda einst „Perle Afrikas“. Das Binnenland in Ostafrika ist grün und abwechslungsreich. Die einstige Exportabhängigkeit von Kaffe hat das Land überwunden. Nach Jahren guten Wirtschaftswachstums von sechs bis sieben Prozent haben ungünstige Wetterbedingungen und Inflation die Wirtschaft bedrängt. Die Landwirtschaft ist nach wie vor kleinteilig, aber einer der größten Wirtschaftsstützen des Landes. 2017 trug sie fast ein Viertel des Bruttoinlandsproduktes. Das fruchtbare Land wird durch die stark wachsende Bevölkerung knapper. Die Erträge wachsen um rund zwei Prozent pro Jahr, was aber für die Eigenversorgung nicht ausreicht. Potenzial für eine Intensivierung mit neuen Arbeitsplätzen ist ein Weg der ugandischen Landwirtschaft. Im Land boomt die Biolandwirtschaft wie auch der Einsatz gentechnisch veränderter Nutzpflanzen. Kakao wird zum Teil bereits selbst zu Schokolade verarbeitet.

Lesestoff:

Interessierte können sich an Lisa Sbitnew wenden: l.sbitnew@bauernverband.net

Roland Krieg

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