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Kabeljau: mau

Landwirtschaft

Nur Heringsbestände sind erholt

> Kabeljau kann normalerweise bis zu 20 Jahre alt werden. Das durchschnittliche Fangalter in der Nordsee beträgt jedoch nur noch 3 Jahre. Vielfach werden über 50 Prozent eines Fischbestandes abgefischt und Jungfische gefangen, bevor sie auch nur einmal abgelaicht haben. Die Biomasse von Ostseedorsch und Nordseekabeljau ist durch gnadenlose Überfischung jeweils von ca. 700.000 t zu Beginn der 80er Jahre, auf heute ca. 60.000 t zurückgegangen.
Der in Kopenhagen ansässige ?Internationale Rat für Meeresforschung? (ICES) gibt zweimal im Jahr Bestandsschätzungen an die EU weiter, deren Grundlage eine nachhaltige Wirtschaftsweise ist. Für Kabeljau im Kattegatt, der östlichen Ostsee und vor Norwegens Küste ist so stark überfischt, dass für 2005 ein Fangverbot ausgesprochen wurde. Die Daten für die Nordsee und Irische See liegen erst im Herbst vor. Reduzierte Fangquoten sollen für die Bestände des Kabeljau vor Island und den Färöern vergeben werden. Vor den Färöern ist die zur nachhaltigen Wirtschaftsweise vorgegebene Populationsgröße unter das Minimum gefallen.

Hering
Demgegenüber hat sich die Lage beim Hering erfreulicherweise stabilisiert. In diesem Jahr wird sich die Population in der Nordsee und im östlichen Ärmelkanal auf über 2 Millionen Tonen erholen. Der im Frühjahr laichende Hering vor Norwegen wird sogar wieder auf 7 Millionen Tonnen geschätzt.
David Griffith, Generalsekretär von ICES: ?Die Fischerei von Nordseehering und norwegischen Frühjahrshering wird durch internationales Management effektiv kontrolliert. Mit der kontinuierlichen Erneuerung durch junge Fische sind diese Bestände in stabilem Zustand. Unglücklicherweise gilt das nicht für den Kabeljau m Nordost-Atlantik, den wir nun als überfischt klassifizieren mussten. Wir hoffen, dass unser Ratschlag zu einem reduzierten Fischfang führt und das sich dann die Kabeljaufischerei wieder erholt.?

Isländischer Kaviar
Der auch als Isländischer Kaviar gehandelte Capelin (Mallotus villosus) ist in seinen angestammten Gebieten als Jungfisch scheinbar verschwunden. Sowohl im Herbst 2003 als auch im Frühjahr 2004 wurden keine Jungtiere mehr gefunden. Vor Island sind allerdings auch die Wasserverhältnisse recht instabil. Die Temperatur des Wassers hängt stark von den jeweiligen Zuflüssen warmer südlicher und kalter polarer Strömung ab. Im Sommer 2002 und im Februar 2004 strömte viel warmes Wasser nach Island. Das könnte die Jungtiere, die kälteres Wasser bevorzugen, vertrieben haben. Andererseits können die Experten von ICES auch nicht ausschließen, dass eine sehr geringe Reproduktionsrate für die Abwesenheit verantwortlich ist. Der Fang sollte bis 2005 eingestellt werden ? dann liegen eventuell nähere Erkenntnisse vor.

Norwegischer Hummer
Auch für den norwegischen Hummer sollte die Fangquote reduziert werden. Entlang der Biscaya und der iberischen Küste werden seit Jahren immer weniger Hummer gezählt.

Populationsminimum
Die Empfehlungen des ICES beziehen sich immer auf die Populationsgröße, die ausreicht, um den Bestand für die Fischerei wirtschaftlich zu halten. Eine Unterschreitung dieser Grenze bedeutet nicht, dass der Bestand in seiner Art gefährdet ist. Wenn das der Fall ist, hat die Küstenfischerei den Betrieb bereits seit längerem eingestellt.

VLE

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