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Kabinett beschließt Ende des Kükentötens

Landwirtschaft

Kükentöten und die Alternativen

Das Bundeskabinett hat am Mittwoch den Ausstieg aus dem Kükentöten verabschiedet. „Das ist ein bedeutender Fortschritt für den Tierschutz: Weltweit sind wir die ersten, die so klar vorgehen“, betonte Klöckner. In einem zweiten Schritt sieht das Gesetz ab 2024 ein Verbot des Tötens von Hühnerembryonen im Ei nach dem sechsten Bruttag vor.

Alternativen zum Töten der männlichen Eintagsküken aus Legehennenrassen können Landwirte Bruderhähne und Zweinutzungshühner aufziehen. Der Zentralverband der Deutschen Geflügelwirtschaft befürchtet einen Wettbewerbsnachteil, weil kein anderes EU-Land nachzieht und Eier aus solchen Brütereien weiterhin legal im Regal vorhanden sind. Der Deutsche Tierschutzbund hingegen kritisiert, dass es zwischem dem Töten des Hühnerembryos und dem Töten eines Eintagskükens im Wesentlichen keinen Unterschied gibt.

Derzeit werden rund 45 Millionen männliche Eintagsküken aus speziellen Legehennenrassen getötet, weil sie weder Eier legen, noch ausreichend Fleisch für eine Mast ansetzen. Nach lager Diskussion wurde die Geschlechterbestimmung im Ei erforscht und als Lösung angesehen, bald aber sind die Tierschutzverbände auch einen Schritt weiter gegangen und  setzen nur noch auf die Alternativen.

Die Verfahren

Ab dem 01. Januar 2022 wird das Töten von Eintagsküken verboten. Ab dem 01. Januar 2024 ist das Töten des Hühnerembryos ab dem sechsten Tag nicht mehr erlaubt. Nach wissenschaftlichen Erkenntnissen empfindet der Embryo dann bereits Schmerzen.

Im endokrinologischen Verfahren werden die Eier neun Tage bebrütet. Ohne Beschädigung des Eis wird aus einer Flüssigkeitsprobe innerhalb kurzer Zeit das Geschlcht bestimmt. Dieses Verfahren ist bereits in der Praxis und Verbraucher können solche Eier bereits kaufen.

Beim zweiten spektroskopischen Verfahren werden die Eier vier Tage lang bebrütet. Ein durch ein winziges Loch geschickter Lichtstrahl wird reflektiert und zeigt verschiedene Spektren bei männlichem und weiblichem Embryo an.

Die Alternativen

Die Bruderhahn-Initiative setzt auf das Mästen der männlichen Küken aus Legelinien. Die Tiere setzen weniger Fleisch in längerer Zeit an und müssen über einen höheren Preis, derzeit vorwiegend im Ökolandbau, entlohnt werden. Bei den Zweinutzungshühnern stehen Fleisch- und Legeleistung in ausgewogenem Verhältnis. Die Hennen legen weniger Eier und die Hähne setzen weniger Brustmuskelfleisch an.

roRo; VLE

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