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Kälber brauchen Sicherheit

Landwirtschaft

Alter verändert soziale Beziehungen

> Rinder brauchen in im Zeitablauf unterschiedliche soziale Umgebungen, Kälber brauchen dabei eine sichere soziale Herdenstruktur zusammen mit andern Familiemitgliedern. Färsen, praktisch die Teens unter den Rindern, profitieren von bestehenden Sozialbindungen, wenn sie in eine neue Herde kommen. Das hat die finnische Agrarforscherin Satu Raussi in ihrer Doktorarbeit herausgefunden, die sie am 14. Oktober in Helsinki vorgestellt hat.

Mehr Familie, weniger Stress
Satu Raussi beobachtete, dass Kälber die paarweise aufwuchsen weniger unter Stress litten als ihre Altergenossen aus den Einzelhütten. Sie waren allerdings für die Bauern ein wenig schwieriger zu handhaben. Kälber reagieren mit Stress auf Umweltveränderungen und werden ruhiger, sobald sie einen Altersgenossen bei sich haben.
Kälber werden in den ersten acht Wochen in einer Einzelhaltung nicht "verdorben", aber für die spätere Mensch-Tier-Beziehung spielt die Art des Aufwachsens eine wichtige Rolle. "Das Ergebnis ist gut, wenn das Kalb eine gute Behandlung von den Menschen erfahren hat und diese mit Milch und Säugen in Verbindung bringt. Der Mensch ersetzt nicht den Kontakt mit andern Rindern, aber Kälber mit guten Beziehungen zu den Herdenbetreuern sind weniger gestresst als Kälber die nur einen Minimalkontakt mit den Menschen haben", sagt die junge Forscherin.

Vertrauen steigert die Arbeitssicherheit
Färsen mit sozialen Erfahrungen in der Herde erzielen einen Sicherheitsgewinn für die Milchproduktion. Mit einer neuen Situation konfrontiert, reagieren die Färsen, die wechselnde Umwelten gewohnt sind und mit einem Stallgefährten aufwuchsen deutlich weniger nervös. "Beispielsweise sind sie weniger aufgeregt, sobald ein Hund in der Nähe ist", erklärt Raussi. Tiere die ständig nur neuen Herden ausgesetzt sind zeigen gegenüber ihren Gefährten mehr Aggressionen als innerhalb ihres Heimatstalles.
Der Wissenschaftlerin folgend, müssen Bauern gerade auf scheue und schüchterne Tiere achten. Je größer eine Herde wird, desto weniger Zeit bleibt für eine individuelle Führung. Gerade die scheuen Herdentiere werden noch verhaltener. Angst und Furcht bei den Tieren äußert sich in unvorhersagbares Verhalten. "Eine gute Tierbehandlung steigert die Arbeit mit Herdentieren", fasst Raussi zusammen.
Entstanden ist die Doktorarbeit an der Universität in Helsinki am Fachbereich Agrifood Research Finland.

roRo

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