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Kälbermassage nimmt die Scheu

Landwirtschaft

Mutterkuhkälber früh im Leben massieren

Mutterkuhherden stehen meist auf abseits gelegenen Weiden und haben nur wenig Kontakt zum Tierhalter. Die Mutterkuhhaltung ist für die Landwirte unfallträchtiger als die Arbeit mit den Tieren, bei denen der Landwirt täglich in Kontakt steht.

Vor diesem Hintergrund hat Johanna Probst in ihrer Doktorarbeit am Forschungsinstitut für biologischen Landbau (FiBL) in der Schweiz die Auswirkungen von Kälbermassagen im frühen Lebensalter auf das Verhalten der Tiere und die Fleischqualität untersucht. Mit überraschendem Ergebnis.

Durchgeführt wurden die Massagen in der so genannten TTouch-Behandlung. Das sind kreisförmige Bewegungen auf dem Fell der Tiere mit zwei Fingern über den ganzen Körper verteilt. Die Versuchskälber genossen die Massagen im ersten Monat an sechs Behandlungstagen.

Um die Effekte zu messen hat Probst die Ausweichdistanz und damit die Scheu aller Tiere auf einer sich nähernden unbekannten Person gemessen. Sie hat die Tiere auch beim Gang auf den Schlachthof begleitet und das Verhalten in der Betäubungsfalle gemessen sowie Blut- und Fleischproben entnommen.

Die behandelten Tiere zeigten auch neun Monate nach der Behandlung weniger Scheu vor unbekannten Menschen. Dass diese Tiere den Aufenthalt am Schlachthof womöglich weniger stressvoll erlebt haben, wurde durch die geringeren Cortisolkonzentrationen im Blut der geschlachteten Tiere untermauert. Außerdem hatten die Fleischproben von behandelten Tieren bessere Scherkraftwerte – ein Mass für die Zartheit von Fleisch, teilt e das FiBL mit.

Lesestoff:

Diese und andere Forschungsergebnisse können Sie beim Tag der offenen Tür in Frick am 25. August selbst erleben. www.fibl.org Themen: Paradies der Gummibärchen, Weltweite Biowelt, Ausbildung am FiBL, Bio in der Stadt u.a. Frick liegt etwa zehn Kilometer hinter der deutschen Grenze auf Höhe von Bad Säckingen.

roRo

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