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Kartoffelernte 2009

Landwirtschaft

Kartoffeln: Erträge gut, Verbraucherpreise niedrig

Nach den Feststellungen des „Bund/Länder-Sachverständigenausschusses für die Besondere Ernte- und Qualitätsermittlung“ vom Mittwoch wird die Kartoffelernte 2009 mit insgesamt 11,62 Mill. t um 2,2 % über der Vorjahresmenge (11,37 Mill. t) liegen.
Ursachen hierfür sind überdurchschnittliche Hektarerträge bei leicht ausgedehnten Anbauflächen. Das langjährige Mittel (2003 bis 2008) von 11,27 Mill. t wird überschritten werden (+ 3,1 %).
Von der Gesamternte entfallen rund 500 000 t auf Frühkartoffeln, 9,2 % mehr als 2008. Bei den mittelfrühen und späten Sorten stieg die Erzeugung gegenüber dem Vorjahr um 1,9 % auf 11,12 Mill. t.
Das Erzeugerpreisniveau liegt unter dem des letzten Jahres. Die Verbraucher profitieren von der diesjährigen Ernte durch die gute Qualität der Knollen und die niedrigen Preise.

Gute Qualität
Die Qualität der Kartoffelernte ist in diesem Jahr gut: Die Größensortierungen sind meistens marktfähig, Übergrößen sind eher selten. Grüne Knollen und Wurmfraß dürften die zu vermarktende Menge allerdings reduzieren. Zudem sind die Knollen aufgrund des hohen Stärkegehaltes bei der Ernte stoßempfindlich. Die Verarbeitungsindustrie dürfte in diesem Jahr aufgrund des hohen Unterwassergewichtes der Knollen eine hohe Ausbeute erzielen und somit ausreichend versorgt sein. Die Speiseware zeichnet sich durch gut ausgereifte Kartoffeln aus. Das zu erwartende Lagerverhalten der diesjährigen Kartoffeln sollte aufgrund der im Allgemeinen günstigen Erntebedingungen mit kühlen Nächten und ausbleibenden Niederschlägen gut sein.
Die Pflanzung erfolgte wegen des langen Winters relativ spät. Die Kulturen wuchsen jedoch an den meisten Standorten sehr zügig heran. Die überwiegend kühle und feuchte Witterung im Mai und Juni förderte das Wachstum und führte zu gutem Knollenansatz und -ausbildung.
Die Erntearbeiten bei Speisekartoffeln sind zwar weit fortgeschritten, doch die Rodungsarbeiten bei Industriekartoffeln werden erst im Oktober abgeschlossen sein. Daher basiert das vorläufige Ernteergebnis auf der Auswertung von 66 % der vorgesehenen Proberodungen. Die derzeit vorliegenden Ergebnisse sind insofern mit einer gewissen Unsicherheit behaftet.
Die Anbaufläche wurde nach dem vorläufigen Ergebnis der Bodennutzungshaupterhebung in diesem Jahr um 1,5 % auf 263 700 ha ausgedehnt, nachdem im vergangenen Jahr die geringste Kartoffelanbaufläche seit der Deutschen Einheit erreicht worden war. Auf Frühkartoffeln entfielen rund 14 300 ha, eine Abnahme von 1,1 % gegenüber 2008. Diese Angabe ist aufgrund der zum Teil nicht eindeutigen Abgrenzung der Reifegruppen mit Unsicherheit behaftet.
Bei den mittelfrühen und späten Sorten hatte der Anbau durchschnittlich um 1,7 % auf 249 400 ha zugenommen. Regional haben die Landwirte in den meisten Ländern mit Ausnahme von Rheinland-Pfalz (- 8,3 %), Mecklenburg-Vorpommern (- 2,7 %), Sachsen (- 2,1 %) und Hessen (- 0,2 %) die Kartoffelflächen gegenüber dem Vorjahr ausgedehnt. Die Speisekartoffelfläche hat um 7,1 % ab- und der Anbau von Industriekartoffeln um 7,1 % zugenommen.
Für Kartoffeln insgesamt erzielten die Landwirte einen durchschnittlichen Hektarertrag von 441 dt/ha, der damit um 0,7 % über dem Vorjahresniveau lag. Das langjährige Mittel (405 dt/ha) wurde um 8,7 % überschritten. Die regionalen Ertragsschwankungen reichen 2009 von 350 dt/ha in Baden-Württemberg bis 466 dt/ha in Niedersachsen, dem Hauptanbauland. Gegenüber 2008 sind die Erträge in allen Ländern mit Ausnahme von Nordrhein-Westfalen (- 13,7 %) und Baden-Württemberg (- 2,0 %) gestiegen. Kräftige Ertragssteigerungen gab es in Brandenburg, Thüringen, Hessen, Rheinland-Pfalz, dem Saarland und Mecklenburg-Vorpommern (+ 12,6 % bis + 18,0 %). Das langjährige Mittel wurde bis auf Nordrhein-Westfalen (- 0,7 %) in allen Ländern zum Teil deutlich übertroffen. Aufgrund der günstigen Witterung stiegen bei Frühkartoffeln (349 dt/ha) die Erträge bundesweit gegenüber 2008 um 10,4 %; bei mittelfrühen und späten Kartoffeln (446 dt/ha) lagen sie um 0,2 % über dem Vorjahr.
Von der Gesamterzeugung entfallen die größten Anteile auf Niedersachsen mit 47 % oder 5,48 Mill. t (+ 4,2 % gegenüber 2008) gefolgt von Bayern mit 1,95 Mill. t (+ 0,8 %) und Nordrhein-Westfalen mit 1,40 Mill. t (- 13,2 %).

BMELV

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