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Katze statt Kuhstall

Landwirtschaft

Landtierarztmangel hat verschiedene Ursachen

Die Tierärztliche Hochschule Hannover (TiHo) klagte schon im letzten Jahr darüber, dass immer weniger Veterinäre für den Großtierbereich zu gewinnen sind. Bei Rindern und Schweinen drohe in Niedersachsen sogar ein Engpass bei der tierärztlichen Versorgung. Ein Grund sei der hohe weibliche Anteil bei den Studenten. Waren vor 20 Jahren 163 von 267 Erstsemestern Frauen, so waren es nach Angaben der TiHo im Wintersemester 2008/2009 schon 215 von 252. Nach dem Studium ziehe es sie eher in die Kleintierpraxis als in den Kuhstall. Zum anderen liege die Anforderung für ein Veterinärstudiums mit dem erforderlichen Notendurchschnitt von 1,4 zu hoch: „Männer scheitern am Numerus Clausus“!

Thema Landtierarztmangel
Im September gab es ein Treffen der tierärztlichen Organisationen mit dem Bundeslandwirtschaftsministerium zum Thema „Landtierarztmangel“. Nach Angaben des bundesverbandes praktizierender tierärzte (bpt) bestand zwar Einigkeit darüber, dass insbesondere Gemischtpraxen auf dem Land Schwierigkeiten haben, Assistenten zu finden und ihre Praxen zu verkaufen. Grundlage war eine Umfrage des bpt.

Unterschiedliche Beurteilungen
Das Treffen offenbarte unterschiedliche Auffassungen über die Ursachen des Tierärztemangels. Der bpt sieht die Auswahlkriterien für die Zulassung zum Tiermedizinstudium als Hauptursache für den fehlenden Nachwuchs an. Der bpt forderte daher eine Umgestaltung der Zulassung, so dass bestimmte Berufe eine Vorab-Quote erhalten oder verstärkt Auswahlgespräche durchgeführt werden.
Die Universitäten sind der Meinung, dass der Mangel an Tierärzten aus schlechten Arbeitszeiten und niedriger Vergütung resultiert. Bei den Tierhaltern stehen schlechtes Image und schlechte Dokumentationen im Vordergrund.

roRo

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