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Kein Ei mit der "3"...

Landwirtschaft

...denn die "3" ist Quälerei!

>Wer jetzt noch Eier für das Osterfest kaufen möchte kann sich an den knappen Merksatz der Tierschutzorganisation PROVIEH halten. Die erste Ziffer der Kennzeichnung auf dem Ei bezeichnet das Haltungssystem. Die "3" steht dabei für die Käfighaltung. In dieser Haltungsform hat das Huhn nur den Platz in Größe eines DIN A4-Blattes. ?Ihre natürlichen Bedürfnisse wie Staubbaden, Scharren und den Nestbaubetrieb können Hennen im Käfig nicht ausleben?, führt Sandra Gulla von PROVIEH aus. Die Ziffer 0 kennzeichnet Eier aus ökologischem Anbau, die "1" Freilandhaltung und die Bodenhaltung wird mit einer "2" beschrieben. Nur gefärbte und gekochte Eier müssen nicht gekennzeichnet sein.

Weiße Eier für bunte Ostern
Rund 60 Prozent der in Deutschland angebotenen Hühnereier sind braun. Zu Ostern verschiebt sich die Vorliebe der Verbraucher in Richtung Weiß - zum Selberfärben, wie der aid Infodienst mitteilt. Die natürlich Schalenfarbe reicht von reinem Weiß zu dunklem Braun. Oft wird vermutet, dass die Färbung des Eis mit der Gefiederfarbe des Huhns zu tun hat. Aber die Regel "weiße Hühner legen weiße Eier und braune Hühner legen braune Eier" verweist der aid Infodienst ins Reich der Irrtümer. Die Farbe der Eier ist rein genetisch bedingt und nur nach Rasse unterschiedlich. Braune und Weiße Eier weisen die gleichen Inhaltsstoffe auf. Die Dotterfarbe ist alleine vom Futter abhängig. So ist ein goldgelbes Dotter nur ein Anzeichen für einen hohen Gehalt an Carotinoiden und hat ebenfalls keinen Einfluss auf die Inhaltsstoffe Eiweiß, Kohlenhydrate, Fette oder Mineralien. Wer überprüfen möchte, wie alt oder frisch die angebotenen Eier sind, muss rechnen können. Das Legedatum ist nicht kennzeichnungspflichtig, aber leicht zu ermitteln. Rechnen Sie vom Mindesthaltbarkeitsdatum auf der Verpackung 28 Tage zurück und Sie wissen, wann das Ei im Nest landete.

Groß und Klein
Die größten Ostereier liefert der afrikanische Strauß, wie die Landwirtschaftskammer NRW zusammenträgt. Die Eier wiegen rund 1,5 kg und entsprechen damit etwa 25 Hühnereiern. Immerhin noch drei- bis viermal so schwer wie das Hühnerei ist das Ei der Gans mit 160 bis 240 Gramm. Klein und leicht sind die Wachteleier. Die schwarzbraun-gesprenkelten Minieier wiegen nur 10 bis 14 Gramm. Für die dicken Gänseeier müssen Sie kosten zwischen 1,30 und 1,80 Euro pro Stück, ein Wachteleier ist für 10 bis 15 Eurocent zu haben.

Schwere Bio-Eier
Atome eines Elementes können unterschiedlich schwer sein. Beispielsweise machen schwerere Kohlenstoff- oder Stickstoffatome ihre Kohlenhydrat- und Proteinverbindungen infolge dessen auch schwerer. Isotopenspektrometer können die Schwergewichte ermitteln und damit identifizieren. Für die Ei-Qualifizierung konnte die Agroisolab GmbH im Rahmen eines Forschungsvorhaben des Bundesprogramm Ökologischer Landbau bereits sichere Aussagen über den Stickstoff machen. Schwerer Stickstoff ist nämlich in organischem Dünger öfter vertreten als bei mineralischen. Dieses besondere Verhältnis paust sich durch die gesamte Nahrungskette, von der Pflanze über das Huhn bis in das Ei durch und kann daher im Zweifelsfalle für die Bestimmung der Herkunft genutzt werden. Die Zeitschrift Bio-Siegel setzt damit organische Düngung mit dem ökologischen Landbau gleich und identifiziert schweres Ei-Klar mit dem Ökolandbau. Zwingend ist allerdings nur die Aussage, dass die Futterpflanzen organisch gedüngt wurden. Das dürfen auch konventionelle Betriebe.

Eiermarkt unübersichtlich
Vor Ostern und Weihnachten erreichen die Eierkäufe der privaten Haushalte regelmäßig deutliche Spitzen. 2004 wurden insgesamt 7,2 Milliarden Eier gekauft. Die Preise sind gegenüber dem Vorjahr unverändert geblieben. Die Hälfte stammt aus der Käfighaltung, knapp ein Viertel aus der Freilandhaltung, 17 Prozent aus der Bodenhaltung und 7,5 Prozent waren Bioeier. Ein Fünftel der Eier brauchte keinen Stempel, was allerdings 2005 deutlich reduziert werden wird, da ab Jahresmitte auch Eier auf dem Wochenmarkt gekennzeichnet sein müssen, wie die Zentrale Markt- und Preisberichtstelle (ZMP) in ihrer aktuellen Marktanalyse mitteilt. In den ersten beiden Monaten konnten sich die Eierpreise gegenüber dem Vorjahr festigen. In der Eierproduktion schlossen die Bruttomargen als Erlös abzüglich Futterkosten und Bestandserneuerung letztes Jahr fast durchgängig mit einem wirtschaftlichen Minus ab. Dieses Jahr hingegen ermittelt die ZMP fast wieder eine Bruttomarge von einem Euro pro 100 Eier. Die Ende 2003 erzielten 5 Euro liegen jedoch noch in weiter Ferne. Auf Grund der katastrophalen Ertragslage wurden viele Hühner vorzeitig geschlachtet, so dass das Potenzial für die Produktion zur Zeit unter der des Vorjahres liegt. Bei anhaltend reduziertem Kükenschlupf würde sich die deutsche Produktion in Kürze dramatisch verringern, prognostiziert die ZMP. Die gesamte EU-15 hingegen konnte sich trotz der wirtschaftlich verheerenden Geflügelpest 2003 in den Niederlanden nachhaltig erholen.
2004 gab es ein Plus von 3,6 Prozent auf dem Eiersektor. In erster Linie führen die Marktexperten den Zuwachs auf die deutliche Produktionsausweitung in Spanien zurück, das ein Plus von 35 Prozent angegeben hat. Dort wurde in den vergangenen Jahren kräftig in den Ausbau der konventionellen Legehennenhaltung investiert - und zwar noch in die konventionelle Käfighaltung. Exportierte Schaleneier aus der EU gehen weiterhin hauptsächlich in die Schweiz und nach Hongkong.

VLE

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