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Kein RP-Landesstand auf der Grünen Woche

Landwirtschaft

Schindler beklagt Streichung des Landesstandes auf der IGW

Gut vier Monate vor der Internationalen Grünen Woche 2014 gibt es heftigen Streit in Rheinland-Pfalz.

Ohne Erörterung mit dem Berufsstand habe Landwirtschaftsministerin Ulrike Höfken (Bündnis 90 / Die Grünen) am 20. August mitgeteilt, dass der Landesstand auf der Grünen Woche den Sparzwängen geopfert wurde.

Nach der Kritik von Norbert Schindler, Landesbauernpräsident des Bauern & Winzer Verbandes Rheinland-Pfalz Süd, stellte Höfken klar: „Wir müssen der angespannten Haushaltslage gerecht werden, deshalb verzichten wir auf einen eigenen Messestand, bleiben aber mit eigenen Veranstaltungen im Umfeld der Grünen Woche politisch präsent.“ Rund 40 Anbieter aus Rheinland-Pfalz haben in der Vergangenheit mit eigenen Ständen an der Grünen Woche teilgenommen und werden das auch weiterhin können. Jenseits der Wein- oder Brände-Vermarktung sei Berlin aber „kaum ein interessanter Markt für die rheinland-pfälzischen Betriebe“, heißt es aus dem Landwirtschaftsministerium. Sinnvoller sei eine Unterstützung dort, wo die Betriebe auch einen Markt finden können.

Das sieht Norbert Schindler anders: Gerade die grüne Spitze des rheinland-pfälzischen Landwirtschaftsministerium habe in den vergangenen Monaten immer wieder auf die Bedeutung hochwertiger Lebensmittel und regional erzeugter Produkte hingewiesen. Damit habe der Landesstand in der Vergangenheit auch immer geworben.

Auch Leo Blum, Präsident des Bauern- und Winzerverbandes Rheinland-Nassau kritisiert die Entscheidung als „schweren Fehler“. Gerade das touristisch attraktive und vom Tourismus geprägte Land Rheinland-Pfalz müsse sich bei den Leitmessen in Deutschland präsentieren. Die Grüne Woche in Berlin sei dabei die „wichtigste und attraktivste“. Die Grüne Woche locke insbesondere Touristen und Konsumenten aus fernen Ländern an. Dort könnten die Anbieter auch neue Exportmärkte ausmachen. Blum kritisierte, dass für Ökotage und Ökoberatungen anscheinend unbegrenzte Mittel zur Verfügung stünden.

Rita Lanius-Heck, Präsidentin des Landfrauenverbandes Rheinland-Nassau, bezeichnete die Absage an einen Landesstand als „Armutszeugnis“. Der Landfrauenverband sehe die Grüne Woche als eine sehr wichtige Werbebühne für das Land.

Es geht um einen Beitrag von 250.000 Euro. Blum warnte, das Geld werde nur vordergründig eingespart. Der Verlust, auch für die ökologisch wirtschaftenden Betriebe, durch das Fehlen einer Landespräsentation sei am Ende höher. Relativ kleine Summen können im Imagebereich ein Vielfaches bewegen.

roRo

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