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Kennen Sie Bruce Rastetter?

Landwirtschaft

Wer folgt Tom Vilsack im USDA?

In den Kandidatenlisten der Zeitungen fehlt nach Donald Trumps Wahlsieg in den USA immer ein Ministerium, über das nicht spekuliert wird. Für den heimischen Markt und die Welthandelspolitik ist es aber wichtig ist: Wer folgt Tom Vilsack als Minister im US Department of Agriculture?

Agrarberater

Trump hatte während des Wahlkampfes mehr als 70 Köpfe in seinem Beratergremium für die Landwirtschaft gehabt. Einige können sich auf Landwirtschaftsposten in einzelnen Bundesstatten berufen – sind also thematisch nicht unbeleckt. Der umstrittenste ist Texas Agrarminister Sid Miller, der im Wahlkampf wie Trump Ausfallerscheinungen in politischem Respekt gegenüber Hillary Clinton  offenbarte. In der Liste stehen auch Chuck Connor, Geschäftsführer des National Council of Farmer Cooperatives und Don Villock als Vorsitzender des Farmer Gesellschaft in Indiana. Am meisten wird Bruce Rastetter gehandelt. Wie Vilsack kommt er aus Iowa, ist aber ein Agrarmogul, der sein Geld mit Schweinefleisch, Bio-Ethanol und Flächenhandel gemacht hat. In Iowa soll es zehnmal mehr Schweine als Wähler geben und Rastetter hat die Farmer mit einem Agrargipfel hinter sich gebracht.

Stadt und Land

Die amerikanische Gesellschaft ist nicht nur zwischen Stadt und Land gespalten, sondern auch zwischen Farmer und Agrarwirtschaft. Auf den Agrarsektor herunter gebrochen  bedeutet Trumps Wirtschaftspolitik höhere Erträge zu günstigsten Preisen zu erreichen. Das irische Farmers Journal weist aber auch auf einen Spannungsbogen hin, der nicht einfach aufzulösen sein wird.

Die Agrarwirtschaft der USA hat unter Barack Obama jährliche Handelsüberschüsse erwirtschaftet, die aus liberalisierten Märkten stammen. Die jüngst veröffentlichte Studie zum Trans-Pazifischen Handelsabkommen (TTP) weist in die gleiche Richtung [1]. Wird Präsident Trump sich trauen, die Freihandelsabkommen zu streichen, und der Agrarwirtschaft den Garaus machen? Obwohl: Die Gewinne des Agrarexports kommen vor allem nicht bei der Mehrheit der Betriebe an, die auf zusätzliche Nebeneinkünfte angewiesen sind. Hier muss sich Trump entscheiden, wem er helfen will, denn auch in den USA ist die Agrarwirtschaft eine starke Lobby. Ein Ausstieg aus dem Klimavertrag, wie angekündigt, würde einen der bedeutendsten Exportmärkte beenden: Bei der Ethanol-Herstellung fällt DDGS an: Dried Distillers Grains with Solubles. Die proteinreiche Trockenschlempe wird weltweit als Futter verkauft und hat gegenüber dem Vorjahr trotz Chinas Kaufzurückhaltung um sechs Prozent zugelegt, wie der Getreiderat (USGC) letzte Woche aufschlüsselte:

US-DDGS Exporte der ersten zehn Monate 2016 zu 2015

Klimavertrag und Ethanolexporte

Der  USGC rechnet gerne vor, dass 95 Prozent der Konsumenten weltweit außerhalb der USA leben und bedient werden wollen. Geschäftsführer Tom Sleight hat in der Wahlwoche auf die Notwendigkeit starker Handelspolitik hingewiesen. Die USA erwarten in diesem Jahr eine Rekordmaisernte und einen Rekordverkauf an Futtermittel in die Welt. Im September wurde die Rekordmenge von 6,3 Millionen Tonnen Mais nach Japan, Südkorea Peru und Taiwan verschifft. Der Erfolg basiert auf der Basis beständiger Lieferungen, so Sleight. Auch wenn die Zeichen beim TTP schlecht stehen, wünscht sich Sleight die Umsetzung mit reduzierten Zöllen und Abschaffung non nicht tarifären Handelsrestriktionen. „Das wird nicht nur den amerikanischen Farmern helfen, sondern auch weltweit die Nahrungsmittelsicherheit erhöhen und der nationalen Sicherheit zugutekommen.“

Diesen September knackte der Ethanolexport erstmals die Marke von 100 Millionen Gallonen seit Dezember 2011 mit einem Anstieg von 59 Prozent gegenüber September 2015. Die Menge entspricht einem Kornäquivalent von 903.000 Tonnen. Die drei Topmärkte sind Kanada, Brasilien und China.

Fazit

Ein Kompromiss könnte sein, dass die Freihandelsabkommen neu justiert werden, um für die US-Landwirtschaft mehr herauszuholen. In diesem Zusammenhang wird Trump nach übereinstimmenden Medienberichten die Umweltauflagen für die eigenen Landwirte kürzen.

Lesestoff:

USA suchen neue Milchmärkte im Pazifik: https://herd-und-hof.de/landwirtschaft-/ttp-fuer-us-eine-frage-des-milchpreises.html

US-Farmer: Umstieg oder Export: https://herd-und-hof.de/landwirtschaft-/us-farmer-umstieg-oder-export.html

US-Farmeinkommen sinken 2016 https://herd-und-hof.de/landwirtschaft-/us-farmeinkommen-sinken.html

Roland Krieg; Grafik: USGC

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