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Kiefer ist Baum des Jahres 2007

Landwirtschaft

Wirtschaftsbaum Pinus sylvestris

Seit 1989 kürt das „Kuratorium Baum des Jahres“ eben diesen, um die Vielfalt der Bäume aufzuzeigen und mit Hilfe der auserwählten Hölzer wissenschaftliche Neugier zu wecken. Umso überraschender, dass die Kiefer als Baum des Jahres 2007 ausgesucht wurde. Für Brandenburg ist die Kiefer der wichtigste Wirtschaftsbaum.

Von der Rein- zur Mischkultur
Brandenburgs Forstminister Dr. Dietmar Woidke sagte zur Auswahl: „Bei der Wahl zum Baum des Jahres 2007 ging es diesmal nicht um eine vordergründig gefährdete, sondern um eine oftmals verkannte Baumart mit großer wirtschaftlicher, ökologischer und landschaftsprägender Bedeutung.“
Ohne die anspruchslose Kiefer hätte nach Angaben des Ministeriums aus Potsdam kein neuer Wald nach den schweren Waldverwüstungen vor etwa 200 Jahren entstehen können. Kein anderer Baum übersteht Trockenperioden besser als die Kiefer, obwohl sie in Reinbeständen anfällig gegen Schädlinge und sehr waldbrandgefährdet ist.
Daher wird in Brandenburg gegenwärtig der Anteil der reinen Kieferbestände zu Gunsten von Laub- und Mischwäldern verringert. Den Kiefergewächsen verdanken wir neben ihrem Wirtschaftsholz eine reichhaltige Tierwelt, üppige Pilzmahlzeiten, herrliche Erholungslandschaften, den Bernstein fossiler Kiefernwälder oder den wohlriechenden Saunaaufguss.

Steckbrief in Zahlen
Die Bundesforschungsanstalt für Forst- und Holzwirtschaft hat in diesem Sommer die „Struktur und regionale Verteilung des Holzvorrates und des potenziellen Rohholzaufkommens in Deutschland im Rahmen der Clusterstudie Forst- und Holzwirtschaft“ veröffentlicht (www.bfafh.de). Daraus entnommen ist der folgende Steckbrief für die Kiefer:

Fläche im Hauptbestand

2,467 Mio. ha

Veränderung der Waldfläche im Hauptbestand

- 125.261 ha
(-9,9 %)

Anteil an der gesamten Holzbodenfläche


23,3 %

Anteil am gesamten Holzvorrat

20,8 Prozent

Anteil an der gesamten Nutzungsmenge


11,5 %

Holzvorrat

282 m3/ha

Zuwachs

9,1 m3/Jahr/ha

Nutzung

5,7 Mio. Erntefestmeter;
5,8 m3/Jahr/ha

Veränderung des Vorrates

+ 39,9 Mio. m3 = + 11,9 %

Flächengewogenes Alter (Veränderung)

70 Jahre
(+ 8)

Die Studie stellt fest, dass die Kiefern am wenigsten von Kronenverlichtungen betroffen sind. Die stärksten Gefährdungen kommen durch Nährstoffeintrag, Waldbrand und nadelfressende Insekten.
Vier Prozent des Kiefervorrates können auf Grund rechtlicher Vorschriften übrigens nicht genutzt werden. Das sind die Wälder im Nationalpark Müritz, und Jasmund auf Rügen, sowie die Region Halle.

Kiefer weltweit
Keine andere Baumart hat ein so großes Verbreitungsgebiet wie die Kiefer. Es reicht vom nördlichen Polarkreis bis in die südlichen Steppen und Einzelexemplare siedeln in 2.500 Meter.
Mit fossilen Kiefern können etwa 150 Millionen Jahre Entwicklungsgeschichte dokumentiert werden. Nach der Eiszeit hat sie zusammen mit der Birke die mitteleuropäischen Wälder dominiert. Malerisch sind die berühmten „Windflüchter“ an der Ostseeküste.

roRo

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