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Korrosionsschäden an Biogasanlagen

Landwirtschaft

Korrosion durch interne Entschwefelung bei Biogasanlagen

Symbolbild Biogasanlage
Biogasanlage - Symbolbild

Der Ingenieurdienstleister GICON hat im Auftrag des Landesamtes für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie (LfULG) 2018 und 2019 Korrosionsschäden in sächsischen Biogasanlagen untersucht. Vor allem bei Biogasanlagen mit interner Biogasentschwefelung mittels Luftdosierung entsteht eine stark korrosive Umgebung. Schwefeloxidierende Bakterien verwandeln den während der Entschwefelung entstehenden elementaren Schwefel zu biogener Schwefelsäure. Diese verursacht Korrosionen bei Edelstahl, beschichtetem Beton und sogar bei korrosionsbeständigen V4A-Edelstählen. Selbst Holz, das gegenüber Biogas- und Substratkomponenten eine gute Beständigkeit aufweist korridiert. Das LfULG hat die Schadensumme auf zusammen 2,2 Millionen und im Einzelfall mit 350.000 Euro geschätzt. Bei Anlagen mit interner Entschwefelung soll als Vorbeugung eine Überdosierung von Sauerstoff vermieden werden. Beim Befüllen der Anlage soll auf schwefelhaltige Substarte verzichtet werden. Baulich kommen nach Reparatur Korrosionsschutz bei Metallen, ein Foliensystem in der Behälterkrone und der Ersatz von Holzunterkonstuktionen im Unterbau des Gaslagers durch Spanngurtsysteme in Frage. Das LfULG will als nächsten Schritt eine maximale Grenzkonzentration von Sauerstoff im Biogas ermitteln, ab welchem Wertebereich die biogene Entstehung von Schwefelsäure unterbunden wird. Bei Neuanlagen sollte auf eine Entschwefelung mittels Luftdosierung verzichtet und auf ein externes Entschwefelungsverfahren geachtet werden.

Roland Krieg

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