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Kühle Rechner setzen auf Hafer und Dinkel

Landwirtschaft

Umfrage des Monats

Vor 30 Jahren hatte Hafer einen Anteil von sechs Prozent an der Getreideanbaufläche. Heute sind es nur noch 1,6 Prozent. In den letzten Jahren hat das Interesse der Landwirte am Hafer wieder zugenommen. Er lockert Fruchtfolgen auf, gilt als Gesundungsfrucht und ist anspruchsloser als Weizen. Ähnlich verhält es sich mit Dinkel. Das Verbraucherinteresse an diesem „Ur-Getreide“ ist hoch, der Anbau bewegt sich aber noch in der Nische. Der Anbau von Hafer und Dinkel ist eine Herausforderung für Landwirte, bietet jedoch Chancen auf neuen Märkten. Denn beide Getreidearten müssen wegen der steigenden Nachfrage importiert werden.

Dinkel und Hafer sind eingeplant

Das war Grund genug für den Pflanzenschutzspezialisten ADAMA aus Köln bei den Landwirten nachzufragen, wie sie es mit dem Anbau von Hafer und Dinkel halten 1). Das Ergebnis spiegelt die Anbausituation wider: Von 204 befragten Landwirten bauen 31 Prozent Hafer oder Dinkel an. Für 69 Prozent der Landwirte ist der Anbau nicht interessant. Da ist noch Luft nach oben.

Dinkel und Hafer haben ihre Fans. Aussagen von Landwirten wie „Hafer baue ich schon immer an“ und „Dinkel baue ich schon mehr als 15 Jahre an“ zeigen, dass die Getreidesorten nie verschwunden waren. 13 Prozent der Landwirte bauen sogar Dinkel und Hafer an.

Den Markt im Blick

Für den Anbau müssen Preis und Abnahme stimmen. Zwei Drittel der Landwirte (66 Prozent) begründen mit einem der beiden Parameter ihre Entscheidung, Dinkel und Hafer in die Fruchtfolge aufzunehmen. Offenbar gibt es regionale Unterschiede. Bei einem Landwirt liegt der Deckungsbeitrag für Dinkel über dem des Hafers, bei einem anderen Landwirt ist es umgekehrt. Die steigende Nachfrage beim Konsumenten kommt beim Landwirt an. Er schreibt: „Es gibt enorme Preissteigerungen beim Verkaufsprodukt.“

Fehlen regionale Abnehmer, verzichten die Landwirte auf den Anbau. Sie räumen ein: „Bei Hafer braucht man eine sichere aufnehmende Hand.“ „Dinkel ist schwierig zu vermarkten.“ Zudem hat die Trockenheit der letzten drei Jahre auch den Haferanbau erschwert. Daher kommt es nicht nur auf eine sichere Verarbeitung an, sondern auch die Ausgestaltung der Verträge, wie ein Landwirt betont: „Da Qualitätsprobleme auftreten könnten, sind entsprechende Verträge (ohne Strafen) vorteilhaft.“

Pflanzenschutz

Speziell beim Hafer haben zwei Landwirte betont, dass für den ertragreichen Haferanbau Gräserherbizide fehlten. Auch beim Dinkel wünscht sich ein Landwirt eine „breitere“ Palette beim Pflanzenschutz. In weiter gestellten Fruchtfolgen haben Dinkel und Hafer einen festen Platz.

1)Die Befragung wurde im Auftrag von ADAMA über die Marktforscher von produkt+markt gestellt.

roRo

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