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Landnutzungen im Vergleich

Landwirtschaft

Bewirtschaftungssysteme: Keines dauerhaft überzeugend

Das französische Institut für Agrarforschung (INRA) hat die Ergebnisse eines zehnjährigen Versuchs vorgestellt, der verschiedene Anbausysteme unter die Lupe nahm. Vier Systeme standen unter Beobachtung:

Vier Anbaumodelle
Der klassische intensive Landbau, dessen oberstes Ziel hohe Erträge sind und diese mit Hochertragssorten und Einsatz von Pflanzenschutzmitteln und mineralischem Dünger erzielt.
Der ökologische Landbau, der nachhaltig und umweltschonend ohne Mineraldünger und chemischem Pflanzenschutz arbeitet.
Ein „integriertes System“, dass Pflanzenschutz und Düngemittel nur im Minimum einsetzt.
Ein Anbausystem, dass mit Untersaaten arbeitet, den Boden dauerhaft bedeckt und wo der Boden nicht gepflügt wird.
Verglichen wurden die Systeme zehn Jahre lang mit den Parametern Ertrag, Umweltschutz, gemessen an Menge und Toxizität eingesetzter Dünge- und Pflanzenschutzmitteln, aufzuwendende Arbeitszeit, Energieeinsatz und Gewinnmargen durch den Verkauf der Ernte.
Ausgewählt wurde der typische Fruchtwechsel der Ile-de-France mit Weizen, Erbsen und Raps.

Stärken und Schwächen
Die Agrarwissenschaftler konnten bestätigen, dass der intensive Anbau mit den höchsten Erträgen der Umwelt am meisten Schaden zufügt. Der ökologische Landbau hingegen ist durch rund 50 Prozent niedrigere Erträge gekennzeichnet, die von Jahr zu Jahr zudem sehr unterschiedlich ausfallen. Beispielsweise wurde eine Rapsernte komplett durch Insekten vernichtet.
Der Anbau mit Untersaaten hat die Experten enttäuscht. Zwar gehen die Arbeitszeit und der Energieverbrauch zurück, aber auch die Erträge gehen um 25 Prozent zurück. Die Konkurrenz zwischen der kommerziellen Pflanze und der bodendeckenden Vegetation ist schwer zu beherrschen. Dennoch ist diese Anbauform positiv, denn sie sei die einzige Technik, die einen positiven Effekt auf die organische Substanz und die Bodenstruktur hat.
Am ausgewogensten fanden die Franzosen das integrierte System, das auf der Vorbeugung von Krankheiten beruht. Die Erträge gingen auch hier zurück, jedoch nur um rund 10 Prozent. Deshalb konnten die gesunkenen Betriebskosten das Defizit leicht wieder auffangen. Die Auswirkungen auf die Umwelt seien nur begrenzt und der Energieverbrauch gegenüber der intensiven Variante um 30 Prozent niedriger.
Eine Einschränkung hat das INRA noch: Die Gewinnmarge haben sich auf mittlere Getreidepreise berechnet. Je höher der Preis steigt, desto lukrativer wird das intensive System. Die Franzosen kommen somit auf das folgende Fazit: Die heute vorherrschenden hohen Nahrungsmittelpreise sind ein Ansporn für eine Intensivierung der Produktion.

roRo

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