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Landpartie zum Erntedank

Landwirtschaft

Erstes gemeinsames Erntefest in Brandenburg

> New Economy ? old Economy: Im Eigentlichen gibt es nur eine Wirtschaft: Säen, pflegen und dann erst ernten. Die Bauern sind damit noch gut vertraut und feiern dann im Herbst ihre Erntedankfeste. Brandenburg hat dieses Jahr Landeserntedank auch gleich mit dem Landesdorffest zusammengelegt. Die Ehre des ersten Veranstaltungsorts gibt sich die Gemeinde Neuzelle im Landkreis Oder-Spree.
?Landwirtschaft und Landleben sind zwei Seiten einer Medaille. In Neuzelle kann beides beispielhaft präsentiert werden?, so Agrar- und Umweltminister Wolfgang Birthler gestern bei der Vorstellung des Programms für den 02. und 03. Oktober. Er wird am Samstag um 10:00 Uhr die Festivitäten auf dem Neuzeller Stiftsplatz eröffnen. Bisher waren die Landesfeste jeweils getrennt. Nun wurde für das kommende Wochenende das Beste zusammen gelegt.
Generell haben die Bauern in diesem Jahr endlich mal wieder einen Grund eine gute Ernte zu feiern und Neuzelle geriet in die engere Auswahl, weil beispielhaft ein Dorferneuerungsplan auf den Weg gebracht wurde.

Zisterzienser und Klosterbräu
Die Gemeinde Neuzelle im Naturpark Schlaubetal zählt lediglich 2.100 Einwohner und ist weit über die Grenzen wegen des ?Neuzeller Klosterbräu? berühmt. Die Brauerei liegt im argen Clinch mit der Lebensmittelüberwachung Beeskow. Das Amt drohte in diesem Sommer zuletzt mit Zwangshaft, wenn die Flaschen mit dem Etikett ?Schwarzbier? ausgeliefert werden. Gegenüber dem Reinheitsgebot enthält das ?Neuzeller Klosterbräu?, wie es nun heißt, auch Zucker ? und ist damit kein Bier mehr.

Kronen und Königin
Insgesamt gibt es auf drei Bühnen ein buntes Programm. Ab 13:00 gibt es einen großen Festumzug mit 600 Personen und sieben Pferdegespannen und zehn Traktoren. Auch vierzig historische und 17 moderne landwirtschaftliche Fahrzeuge werden mitgeführt. Danach wird die Erntekönigin und die schönsten Erntekrone gewählt (s. Herd-und-Hof.de vom 30.08.2004).

Bauern grüßen mit Knackis
Im Ort sitzt die Agrargenossenschaft Neuzelle eG, die 5.500 Hektar Acker- und Grünland bewirtschaftet. Sie ist der größte landwirtschaftliche Arbeitgeber in der Region. Im Juni 1996 nahm der eigene Fleischverarbeitungsbetrieb die Produktion auf. Hier greifen die Bauern auf das Erbe der Mönche zurück. Zur Haltbarmachung des Neuzeller Schinken und der Neuzeller Schwarze Wurst nutzen sie alte Rezepte der Zisterzienser. Auf dem Neuzeller Bauernmarkt können die Produkte gleich verköstigt werden. Dort wird auch eine neue Wurst vorgestellt: Der ?Neuzeller Knacki?.

Bauern museal
Von den Bauern der umliegenden Dörfer wurden bereits in den 1980er Jahren zahlreiche Gegenstände und Originaldokumente aus der früheren einzelbäuerlichen Wirtschaft und aus der Gründerzeit der sozialistischen Landwirtschaft zusammengetragen. Dahinter stand die Idee sich der eigenen Vergangenheit zu widmen. Inzwischen ist das Bauernmuseum, von der Neuzeller Agrargenossenschaft im nahen Möbiskruge betrieben, eine regionale Attraktion. Der geschichtliche Bogen spannt sich über die Kooperation bis zur Auflösung der LPG und Neugründung der Agrargenossenschaft Neuzelle eG 1991. Das Bauernmuseum öffnet von 10.00 Uhr bis 17.00 Uhr und nicht nur für das kommende Wochenende, das Sie diesmal ein wenig anders gestalten können.

roRo

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