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Langer Atem der globalen Fischereipolitik

Landwirtschaft

Nachhaltige Fischerei im Mittelmeer und dem Schwarzen Meer

Während die Fischerei offenbar der dickste Brocken bei den Brexit-Gesprächen ist, bewegt sich anderswo die Politik in Richtung nachhaltige Fischerei – wenn auch eher im Kriechgang. Die Einführung des maximalen Dauerertrags oberhalb des Bestandsschutzes zeigt in der EU dort langsame Erfolge, wo die Fischereinationen auf Augenhöhe mitmachen. Das ist bei Gewässern, die sich die EU mit Drittstaaten teilen schwieriger, wie etwa dem Schwarzen und dem Mittelmeer. So legt die EU Fangquoten für Bulgarien und Rumänien im Schwarzen Meer fest, während die anderen Anrainerstaaten noch zögern.

General Fishing Commission for the Mediterranean

Am Dienstag fand ein hochrangiges Treffen von mehr als 20 Fischereiministern für das Mittelmeer (GFCM) unter der Schirmherrschaft der FAO statt. Nach GFCM-Generalsekretär Abdellah Srour diente das virtuelle Treffen einem Brainstorming, dem im ersten Quartal 2021 eine umfangreiche Konsultation für eine nachhaltige Fischerei im Mittelmeer folgen wird. Bis Juni soll dann eine neue Strategie bei einem Treffen in Griechenland folgen. Noch im gleichen Jahr ist im November in Albanien die Annahme eines mehrjährigen Arbeitsplanes vorgesehen.

Ziele

Basis ist die Konservierung der Fischbestände vorgesehen, damit sie nicht weiter abnehmen. Dazu gehörten dann die Festigung der Existenzen der kleinen Fischerei und die Unterbindung der illegalen und unregulierten Fischerei. Das Ökosystem Mittelmeer soll mit regionalen Maßnahmen vor weitere Verschmutzung geschützt und sowohl die Verwaltung und Kontrollbehörden in ihren Kapazitäten und Berufserfahrungen ausgeweitet werden.

Grundlagen

Es ist nicht die erste Übereinkunft der beteiligten Länder. Basis ist die so genannte Sofia-Erklärung der Anrainer des Schwarzen Meeres aus dem Jahr 2018, die als Vorbild für die Zusammenarbeit der EU mit Drittstaaten bei gleichen Zielen gilt. Zumindest nahmen auch Georgien, Moldawien und die Türkei den Verhandlungen teil. 16 Mittelmeeranrainer inklusive der Adria vereinbarten ein Jahr zuvor mit MedFish4Ever eine vergleichbare Agenda für das westliche Mittelmeer.

Mit MEdFish4ever und der Sofia-Erklärung hat die EU Geschichte geschrieben, sagte EU-Umweltkommissar Virginijius Sinkevičius. Das Treffen von Dienstag gilt ihm als „Versprechen auf die Zukunft.“ Neben der Seefischerei zählt das Treffen auch die nachhaltige Form der Aquakultur hinzu. Neueste Technik soll den Fischfang vor dem Hintergrund des Klimawandels nachhaltiger gestalten.

Roland Krieg

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