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Leguminosen haben Zukunft

Landwirtschaft

Erfolg und Grenzen des Leguminosenanbaus

In einer Antwort der Partei Die Linke hat sich das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft optimistisch zum Anbau von Leguminosen geäußert. In der europäischen Agrarpolitik wird der Anbau seit 2014 gefördert. Sowohl im Greening der 1. Säule als auch als Agrar-Umwelt-Klimamaßnahme in der 2. Säule verpflichtend als Teil der bundesdeutschen Gemeinschaftsaufgabe zur Verbesserung der Agrarstruktur und des Küstenschutzes (GAK) einer fünfgliedrigen Fruchtfolge.

Mit den Demonstrationsnetzwerken Soja, Lupine sowie Erbse/Bohne für konventionelle und ökologische Betriebe habe bereits ein Wissenstransfer stattgefunden. Die Beratung wurde intensiviert die Vermarktung aufgebaut. Im Rahmen der Eiweißstrategie des Bundes wird bis 2020 ein weiteres Netzwerk für feinsamige Leguminosen wie Klee und Luzerne aufgebaut.

Speziell für Soja ist die Anbaufläche seit 2014 größer geworden und wurden Aufbereitungsanlagen in Betrieb genommen. Doch sind die Märkte noch klein und der Wissenstransfer müsse weitergeführt werden. Ein neuer Schwerpunkt wird die Verwendung von Soja für die menschliche Ernährung.

Dennoch sind Einfuhren weiterhin notwendig. Im Wirtschaftsjahr 2017/2018 wurden 218,3 Millionen Tonnen Futter benötigt. Inklusive nichtmarktgängiger Futtermittel wie Futterhackfrüchte und Gras (frisch und siliert) oder Vollmilch als tierisches Futtermittel. Das sind umgerechnet 8,7 Millionen Tonnen verdauliches Eiweiß. 2,3 Millionen Tonnen und 26 Prozent kommen dabei aus dem Ausland. Mit 1,4 Millionen Tonnen halten Sojabohnen einschließlich Ölkuchen und Ölschrote den größten Teil. Eiweiß aus Raps reicht für 0,5 Millionen Tonnen.

Ein Rückgang der Tierbestände hat auch einen sinkenden Bedarf an Futtermittel zur Folge. Aber ob sich dadurch die Importmenge verringert, oder andere Futtermittel aufgegeben werden bleibt nach Ansicht des Ministeriums offen. Ein stärkerer Anbau heimischer Eiweißfutterpflanzen führe aber zur Verdrängung andere Ackerkulturen. Auf den Rohproteinertrag bezogen müssten 1,8 Millionen Hektar Futterfläche zusätzlich genutzt werden. Würde alleine die Futtergerste durch Eiweißpflanzen ersetzt, müssten bei 0,7 Tonnen Rohprotein pro Hektar 3,8 Millionen ha Leguminosen angebaut werden.

Der Bund setze sich in Brüssel für den Aufbau von nachhaltigen Futterlieferketten ein. Das Trockenjahr 2018 habe gezeigt, wie abhängig auch die Futterversorgung von der Witterung ist. Die Erträge bei Leguminosen brachen im Bundesdurchschnitt bis zu 50 Prozent ein.

roRo

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