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Lewitzer Plattenschecke

Landwirtschaft

Pony als Tier der MeLa 2005

>Mit einer Größe von 130 bis 148 cm ist das Lewitzer Pony weniger furchteinflößend als die "üblichen" Pferde. Wer sich ihm nähert, der wird neugierig und aufgeschlossen begutachtet.
Es ist aber nicht nur klein, sondern auch noch gar nicht so alt. Die ersten Kleinpferde kamen aus der Mecklenburgischen Schweiz um Teterow herum. Der Diplom Landwirt Ulrich Schafenorth, langjähriger Direktor des Volkseigenen Gutes (VEG) Neustadt-Glewe bei Ludwigslust, holte sie für die Kinder seiner Mitarbeiter und Lehrlinge auf den Hof. Mit sieben Scheckfohlen fand Schafenorth die passenden Tiere und begründete 1971 die Zucht der Lewitzer - benannt nach der Lewitz, einem Naturschutzgebiet mit Wäldern, endlosen Wiesen- und Weideflächen.

Der Kuschel-Satan
Schafenorth führte die ersten sieben Ponys mit den Hengstfohlen "Salto B 385" und "Sekt" sowie fünf Stutenfohlen zusammen. Aus der Anpaarung von "Salto" mit der Stute "Resi" fielen die Hengste Satan I bis VIII, von denen Satan V, heute 21-jährig, als der bedeutendste gilt. Die folgenden ersten reinerbigen Lewitzerhengste Peter I und Passat begründeten ein umgängliches, robustes, mit kräftigem Fundament ausgestattetes Pony, das sich vor einen Wagen genauso gerne spannen lässt, wie es sich für Spring- und Reiterspiele begeistert. Die Lewitzer werden gerne als Reit- und Fahrpony im Kinder- und Jugendbereich eingesetzt und, so die Organisatoren der MeLa, auch zum Kuscheln.
Nach der Wende drohten die Lewitzer zusammen mit dem VEG zu verschwinden. Sie wurden in alle Winde verstreut und nur durch den Einsatz von Ulrich Schafenorth wurde die junge Rasse erhalten. Seit 1976 gab es schließlich bereits wieder ein Stutbuch für Kleinpferde, was den Tieren durch große Nachfrage zu gute kam. Ende der 1980er Jahre, als das VEG Neustadt-Glewe wieder unter dem historischen Namen Gestüt Lewitz an Paul Schockemühle kam, wurde die Lewitzer Zucht unter ihm wieder gezielt weitergeführt - und der Lewitzer Plattenschecke ist zu Recht das Hauspferd Mecklenburg-Vorpommerns.
Mittlerweile gibt es auch im bayrischen Raum mit dem Gestüt Innleiten einen Zuchtbetrieb. Seit 1993 sind die Lewitzer als eigenständige Rasse bundesweit anerkannt und führen rund 300 eingetragene Zuchtstuten und 50 Hengste. Gerühmt werden die Kleinpferde vor allem wegen ihres gutmütigen Charakters.

Farbenlehre
Neben den einfarbigen Pferden gibt es eben auch die "bunten" Rösser, bei denen die Schecken über ihrer Basisfarbe ein weißes charakteristisches Farbmuster aufweisen. Sind diese Farbmuster groß und flächig ausgebreitet, bezeichnen die Pferdeliebhaber die Tiere als Plattenschecke. Vier Gene sind bei der Vererbung des Plattenschecken bekannt:
Der Tobiano ist der Prototyp des Schecken mit immer dunklem Kopf und späterer Aufhellung der Farbe. Die weißen Flecken breiten sich vom Widerrist und Schweifansatz nach unten aus, als wäre Farbe über ihn geschüttet worden. Die Beine des Tieres sind in der Regel weiß, die Flanke ist dunkel. Die Haut unter den farbigen Bereichen ist dunkel, unter den weißen rosa.
Am weitesten verbreitet ist der Sabino mit vier weißen Beinen, die sogar bis zum Bauch hochweiß sein können. Die Ränder der weißen Flecken sind stark ausgefranst und verrissen und wirken daher unruhig. Die Schecken vom Sabino-Gen sind oft stichelhaarig, weswegen auch in den farbigen Bereichen viel weiß vorhanden ist: dort gibt es auch viele Stichelhaare. Im Gegensatz zum Tobiano steigen die Flecken von unten am Pferd hoch. Sabinos sollen auch blaue Augen haben.
Nur als solcher erkennbar ist der reinerbige Splashed White-Schecke. Sind Vater und Mutter nicht beide Splashed White, erzeugt das Gen lediglich Abzeichen am Kopf oder den Beinen des Pferdes. Ist er reinerbig, dann besitzen die Tiere klar abgegrenzte Flecken, die von unten am Pferd aufsteigen ? als wäre es mit den Beinen und der Nase in Farbe getaucht worden. Splashed White haben reinerbig immer blaue Augen.
Mit vier komplett dunklen Beinen verrät sich der Frame Overo. Die Flecken sind lediglich an Hals, Bauch oder Flanken vorhanden. Unglücklicherweise ist diese Färbung mit einem tödlichen Gendefekt verbunden: Reinerbige Frame Overo werden komplett weiß geboren, verenden jedoch einige Stunden nach der Geburt. Solche Fohlen werden auch Lethal white genannt. Also darf nur ein Elternteil das Gen Frame Overo besitzen.

Die MeLa in Mühlengeez hat noch bis zum Sonntag geöffnet. Die Lewitzer warten auf Sie.

roRo

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