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Marmorierte Baumwanze in Großbritannien bestätigt

Landwirtschaft

Obstbaumschädling wandert nach Norden

Die Braune Marmorierte Baumwanze (BMBS) wurde jetzt vom Agriculture and Horticulture Development Board (AHDB) in Südost-England bestätigt. Ursprünglich kommt das Insekt aus Asien und kann bei Steinobst, Zierpflanzen und Feldgemüse erheblichen Schaden anrichten. Allein im Obstanbau hat das Tier in der Schweiz in diesem Jahr einen Schaden in Höhe von drei Millionen Schweizer Franken verursacht. Im Kanton Thurgau werden die zweitmeisten Birnen der Eidgenossen angebaut. Zusammen mit dem Kanton Zürich ist ein Viertel der Birnenernte ausgefallen.

Der Direktor des Schweizer Bauernverbandes Jimmy Mariéthoz kommentierte: „Die massiven Schäden der marmorierten Baumwanze zeigen uns deutlich auf, dass wir gegenwärtig noch auf den gezielten und maßvollen Einsatz von Pflanzenschutzmitteln angewiesen sind.“

Die Schadwanze wurde 2011 erstmals in Konstanz am Bodensee ausfindig gemacht und seitdem auch von der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL) beobachtet. In Oberbayern, Erlangen und bei Würzburg wurden seitdem Funde mitgeteilt. In Baden-Württemberg folgt sie dem Oberrheingraben nach Norden. Die BMBS gehört zu der Familie der Baumwanzen, die auch als „Stinkwanzen“ bekannt sind. Sie sieht der Gartenwanze zum Verwechseln ähnlich, hat aber bei genauem Hinsehen bis zu fünf helle Punkte auf dem Schildchen (Scutellum). Bei Temperaturen unter neun Grad Celsius wandert sie in ihre Winterquartiere, wie Häuserritzen oder unter der Baumrinde und überdauert als voll entwickeltes Insekt. Mehr als 300 Wirtspflanzen sind bekannt. In Asien halten einige Feinde wie Schlupfwespenarten die Population in Grenzen. In Europa sind nur wenige natürliche Gegenspieler bekannt.

Das Bayerische LfL hält einen Probebegleitschein für Wanzenfunde bereit, um die Ausweitung der Wanzen zu bestimmen.

Lesestoff:

https://www.lfl.bayern.de/ips/kleingarten/191738/index.php

roRo

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