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Maya-Kakao und PPDC

Landwirtschaft

Kakaoprojekte aus Mittelamerika und Westafrika

Der meiste Kakao für Deutschalnd kommt von der Elfenbeinküste. Weltweit kommen 40 Prozent der Bohnen aus dem westafrikanischen Land. Trotzdem ist die Erzeugerstruktur noch sehr kleinteilig. Die meisten Kakao-Farmer besitzen weniger als drei Hektar Land, sind wenig miteinander vernetzt, die Infrastruktur ist nur gering entwickelt und nicht nur die Kakaokrankheiten führen zu niedrigen Erträgen. Um das Einkommen der Kakaobauern zu erhöhen führt PPDC ein markorientiertes Entwicklungsprogramm für eine nachhaltige Kakaoproduktion durch.

Projet de Production Durable de Cacao Certifé (PPDC)
In dem Projekt zur Einkommensverbesserung der Kakaobauern sind die Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (gtz) im Auftrag des Bundesministeriums für Wirtschaftliche Zusammenarbeit (BMZ) und die amerikanische USAID mit der Kraft Foods eine öffentlich private Partnerschaft eingegangen, Kakao nach der Zertifizierung der Rainforest Allianz zu produzieren.
Die Grundlage des Projekts liegt im Aufbau einer engen Kooperation zwischen den Farmern und der Ausbildung in Verbesserung des Anbaus. Die erste Zertifizierung wurde im Januar 2007 bei 335 Kakaobauern durchgeführt. Im August des letzten Jahres kamen durch neue Zertifizierungen weitere 1.400 Bauern hinzu und mittlerweile gibt es rund 1.900 teilnehmende Kleinbauern.

Kakao mit Akazien und steigende Erträge
Kakao PPDCOuarmé Atome, 51jähriger Kakaobauern mit großer Familie von fünf Kindern, bewirtschaftet 6,75 ha und hat bei der Ausbildung gelernt, Kakao nach integriertem Anbau zu pflegen, die Kakaobäume richtig zu verjüngen und die eigene Saat groß zu ziehen. Forstprogramme, die beispielsweise Akazienbäume zwischen die Kakaobäume setzen, haben die Erträge von 3,5 auf 4,5 Tonnen je Hektar ansteigen lassen.
Insgesamt sehen die kleinen Plantagen der Kooperativen wesentlich gepflegter aus als die der Nachbarn. Zur Ausbildung im Projekt gehört die Behandlung von Abwasser und die Schaffung einer hygienischen Umgebung für die Familien und Arbeiter dazu.

Grenzenloser Maya-Kakao
Einst waren die Maya begnadete Pflanzenbauer, die dem Kakao neben der göttlichen auch die kulinarische Note verliehen. Heute gibt es noch rund sechs Millionen Nachfahren, die in Mittelamerika auf mehreren Ländern verteilt leben. Unter anderem in Belize. Dort musste die 1985 gegründete Toledo Cacao Growers´ Association (TCGA) Anfang der 1990er Jahre die Marktphase der um die Hälfte fallenden Kakaopreise überstehen und sicherte sich mit Hilfe des britischen Schokoladenherstellers Green & Black´s (jetzt Cadbury) die Zukunft mit Bio-Kakao. Seit 1994 wird Maya Gold Chocolate produziert. Jede Tonne Kakao wird mit einem Premium von 200 US-Dollar für soziale Zwecke und 150 US-Dollar für die Zertifizierung vergütet.

Kakao: Mit altem Criollo auf neue Märkte
Maya in Honduras, Belize und Guatemala haben noch eine große Vielfalt traditioneller Früchte, die ohne Chemie und Mineraldünger angebaut werden. Gute Bedingungen, alte Kakaosorten wie Criollo, auch für den Öko-Anbau zu verwenden. Mittlerweile sind insgesamt mehr als 1.000 Kleinbauern in dem länderübergreifenden Projekt integriert. Und Gregor Hargrove, Manager von Green & Black´s Organic führt zusammen mit Armando Choco, Manager von TCGA, in eine Artikel des Fachmagazins GRO-Cocoa (Dezember 2007) die folgenden Vorteile aus: Das Projekt stärkt die Rolle der Frau durch Beteiligung am Nachernteprozess. Durch eine höhere Waldbedeckung und Verringerung des Einsatzes von Pflanzenschutzmitteln ist die Zugvögelpopulation wieder angewachsen.
Öko-Kakao wird derzeit in der Größenordnung von 40 Tonnen im Jahr geerntet und wegen der Nachfrage könnten die Maya diese Anbaufläche verzehnfachen. TCGA glaubt, dass dieses Projekt ein Modell für indigene Völker sein kann, deren Siedlungsgebiet sich über mehrere Staaten erstreckt.

Der erste Teil beschreibt die göttliche Herkunft des Kakao.
In Teil zwei beschreibt Dr. Vingerhoet den ICCO-Fahrplan für Berlin.

Lesestoff:
Die Internationale Cocoa Organization können sie im Netz unter www.icco.org besuchen. Dort finden sie Jahresberichte, die Accra Agenda, weitere Protokolle, Handels- und Preisstatistiken über Theobroma cacao.
Die gtz finden Sie unter www.gtz.de
Das Projekt in der Elfenbeinküste ist unter www.certified-cocoa.com beschrieben.
Mehr über den Anbau und die Vermarktung aus Belize finden Sie unter www.toledochocolate.com
Die beiden Fachmagazine CCI und Gro Cocoa finden Sie im Netz unter www.coffeandcocoa.net sowie unter www.cabi.org.
Der Ökolandbau ist bei den weltweiten Rohstoffen Kaffee und Kakao bislang nur ein Nischenmarkt, wenn auch mit steigenden Angebot. Die ICCO betont während ihres Meetings in Berlin, dass es ihr um die Anhebung der Produktstandards für alle Kakaobauern und Händler geht. Vergleichbar ist das mit der 4C-Initiative beim Kaffee.

Roland Krieg; Foto: PPDC

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