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Mehr, aber welche Äpfel in Deutschland?

Landwirtschaft

Jonagold ist der Verlierer am Apfelbaum

Lassen wir die erfrorenen Blüten der Apfelbäume in diesem Jahr einmal außer Acht: Der Apfel dominiert den Baumobstanbau und konnte ihn diesem Jahr um sieben Prozent auf 34.000 Hektar zulegen. Damit stehen auf etwa zwei Drittel der 50.000 ha großen Baumobstfläche Apfelbäume.

Auf 28.500 ha werden die Äpfel als Tafelobst geerntet. Das entspricht rund 71 Millionen Apfelbäumen in Deutschland. Ganz vorne ist Elstar mit 6.700 ha, Braeburn folgt mit 2.800 ha und Gala mit 2.400 ha. Doch was das Statistische Bundesamt ausgezählt hat, ist alles andere als ein einfacher Entscheidungsprozess.

In Baden-Württemberg verliert die Sorte Jonagold langfristig. 2001 noch auf Platz eins droht Jonagold nach Elstar demnächst auch noch von Gala überholt zu werden. In Niedersachsen kann sich Jonagold noch so gerade vor dem Boskoop auf Platz vier halten.

Natürlich sind die Geschmäcker unterschiedlich. Doch das allein ist kein Grund für verschiedene Beliebtheiten, weiß der Verpackungsspezialist Wertpack in einer Studie zu ermitteln. In modernen ULO-Lagern [1] halten sich Äpfel bis in die nächste Saison. Jonagold aber wird mürbe und weich. Neben den Landwirten müssen die Verpackungsfirmen und Logistiker beim Transport darauf achten.

Elstar verdankt seinen Boom seiner frühen Reife im September und verträgt Frost, Schorf- und Mehltaubefall besser als die Sorte Jonagold. Den Obstbauern stufen den sinkenden Geschmack mit zunehmender Lagerung daher als zweitrangig ein. Jonagold konnte sich lange wegen starker Ertragszahlen halten. Die anderen Sorten holen mittlerweile auf und alle treffen sich bei 300 dt/ha.

Die frostigen Erfahrungen der Obstbauern aus den letzten Jahren haben Elstar und Gala wegen höherer Frosttauglichkeit einen Vorsprung in den Plantagen gegeben.

Lesestoff:

[1] Der Apfel lebt auch nach der Ernte: https://herd-und-hof.de/landwirtschaft-/voller-einsatz-fuer-aepfel-und-kunden.html

Roland Krieg

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