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Mehr organische Dünger

Landwirtschaft

IMCO plädiert für mehr recycelten Dünger

Der europäische Ausschuss für Binnenmarkt und Verbraucherschutz (IMCO) hat in der vergangenen Woche mit 30 zu drei Stimmen bei vier Enthaltungen für mehr Handel mit organischem Dünger gestimmt. Das gesamte Plenum wird Anfang Oktober darüber abstimmen, bevor die Verhandlungen mit dem Ministerrat beginnen.

Die EU-Regeln beziehen sich in der Regel auf konventionelle Dünger, die aus dem Bergbau oder chemisch gewonnen werden. Das verbraucht viel Energie und erzeugt Kohlendioxid. Organische Dünger hingegen werden kaum im Binnenmarkt gehandelt. Organische Reststoffe werden lediglich zu fünf Prozent zu Dünger verarbeitet, könnten in der EU aber 30 Prozent der konventionellen Düngung ersetzen. Es geht vor allem um den begrenzten Rohstoff Phosphor. Die EU importiert jährlich rund sechs Millionen Tonnen. Zwei Millionen Tonnen könnten aus Abwässern, biogenen Reststoffen sowie Fleischabfall und Tiermehlen wieder gewonnen werden.

IMCO will Dünger aus recyceltem Material im Sinne der Kreislaufwirtschaft fördern und die Abhängigkeit von Nährstoffimporten aus Drittstaaten reduzieren. Für die Hersteller soll der Marktzugang leichter werden, so dass Landwirte und Privatpersonen eine größere Auswahl an „grünem Dünger“ bekommen. Voraussetzung ist eine „CE-Kennzeichnung“, die den Düngern bestimmte Qualitäten, Sicherheiten und Umweltfreundlichkeit bescheinigen. Hersteller sind aber nicht verpflichtet, die Kennzeichnung zu nutzen, sofern sie ihre Ware entsprechend den nationalen Regeln lediglich regional verkaufen.

Mit dem Abstimmungsergebnis wird der Cadmiumgehalt von Phosphat-Düngern von 60 auf 40 mg je Kilo festgelegt. Der Wert soll nach drei Jahren auf 20mg/kg sinken. Die Kommission hatte sogar 12 mg/kg vorgeschlagen. Die Regelung wird nach dreieinhalb Jahren auf ihre Praxistauglichkeit überprüft.

Roland Krieg

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