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Methanemissionen von Blaualgen

Landwirtschaft

Mehr Blaualgen – mehr Methan

Blaualgenblüte an einem See

Wissenschaftler gingen bislang davon aus, dass nur Organismen ohne Zellkern und unter sauerstoffarmen Bedingungen Methan produzieren. Das galt für die Urbakterien (Archaeen). Beide Annahmen haben Forscher des Leibniz-Instituts für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB) sowie der Universität Heidelberg widerlegt.

Sie haben 17 Cyanobakterien, die im Meer, in Süßwasser und an Land vorkommen untersucht und herausgefunden, dass sie bei ihrem regulären Stoffwechsel ebenfalls das Klimagas Methan produzieren.

Das Team verglich in Laborexperimenten die Menge an produziertem Methan von Cyanobakterien mit Werten für Archaeen und Organismen mit Zellkern (Eukaryoten). „Cyanobakterien bilden bei gleicher Biomasse weniger Methan als Archaeen, aber mehr Methan als Pilze oder Pflanzen. Es ist jedoch schwierig, den globalen Anteil an Methan von Cyanobakterien abzuschätzen, denn es fehlen genaue Daten zur Biomasse dieser Organismen in Gewässern und Böden“, erläutert Frank Keppler, Professor am Institut für Geowissenschaften der Universität Heidelberg.

Mehr Blaualgen, mehr Methanemissionen

Cyanobakterien, die im Allgemeinen als Blaualgen bezeichnet werden, haben wohl schon zu Urzeiten Treibhausgas Methan erzeugt. Die ältesten Fossilien Ablagerungen von Blaualgen sind Stromatolithen, die in 3,5 Milliarden Jahre alten Gesteinen in Westaustralien gefunden wurden. Heute sind Cynanobakterien in der ganzen Welt verbreitet und entwickeln sich vor allem gut in Gewässern mit hohem Nährstoffgehalt und bei warmen Temperaturen. Die so genannte Blaualgenblüte in der östlichen Ostsee und in manchen Badegewässern sind Massenentwicklungen der Bakterien. Das dürfte im Rahmen des Klimawandels künftig öfters eintreten. „Dies wird gemäß unserer aktuellen Erkenntnisse auch den Ausstoß von Methan aus unseren Gewässern erhöhen, was wiederum den Klimawandel verstärkt“, sagt IGB-Forscher Professor Hans-Peter Grossart.

roRo; Foto: Angelina Tittmann, IGB

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