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Mineraldünger in den Tropen

Landwirtschaft

In den Tropen wird falsch gedüngt

In einer gemeinsamen Studie haben die Heinrich-Böll-Stiftung und der WWF auf die Problematik der Mineraldüngung in den Tropen hingewiesen. Die Hungersituation und der Bevölkerungszuwachs bedinge eine Steigerung der Produktivität in der Landwirtschaft, aber ob der Einsatz von Dünger der richtige ist, bezweifeln die Autoren an.

Seit 2007 ist die „African Fertilizer Financing Mechanism“ bei der Afrikanischen Entwicklungsbank angesiedelt, um die „Dünger-Krise“ auf dem Kontinent zu überwinden. Doch was gut gemeint ist, verkehre sich ins Gegenteil. Überproportionaler und falscher Einsatz von Mineraldünger treiben die Zerstörung der Bodenfruchtbarkeit voran. Der Einsatz von Mineraldüngern wird in vielen Ländern subventioniert und macht vereinzelt bis zu 70 Prozent des Agrarhaushalts aus. Das sei nicht nur ein Zeichen für die Förderung des Düngereinsatzes, sondern auch ein Ausdruck, dass sich die Bauern eigentlich keine Düngemittel, die beständig im Preis steigen, leisten können.

Zu viel Dünger erhöht die Versauerung des Bodens, fördert den Abbau von Humus und senkt die Phosphat-Aufnahme der Pflanze. Überschüssiger Stickstoff belastet das Klima.

Zwei Ziele fordern die Autoren: Zum einen müsse der Einsatz von Mineraldüngern so umgesetzt werden, dass Boden und Umwelt geschont werde, zum andern sollen Bodenverbesserer wie Komposte, tierische Dünger und Gründüngung forciert werden.

Lesestoff:

Die Studie „Bodenlos. Negative Auswirkungen von Mineraldüngern in der tropischen Landwirtschaft“ steht kostenfrei unter www.boell.de -> Publikationen zur Verfügung

roRo

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