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Miscanthus auf Grünland ist eine CO2-Senke

Landwirtschaft

Die grüne Insel braucht Energiepflanzen

>Irland ist die grüne Insel schlechthin. Dort wächst das Gras bis auf zwei Wochen im Jahr jeden Tag, Wiesen und Weiden prägen die Kulturlandschaft. Aber auch Irland hat sich Ziele gesetzt, seine Energie auf nachhaltige Füße zu stellen. Beispielsweise sollen ab 2015 die drei Torfkraftwerke 30 Prozent Biomasse als Beiprodukt nutzen. Derzeit kommt die Biomasse noch aus Wäldern. Dem sind aber Grenzen gesetzt. Soll die Biomasse vom Acker kommen, bräuchten alleine diese Kraftwerke rund 60.000 Hektar Fläche für den Anbau von Biomasse. Ohne die Umwandlung von Grünland wird das nicht gehen. Doch bislang gilt Dauergrünland als Klimaretter und sein Umbruch verstärke die Treibhausgas-Emissionen. Das allerdings muss nicht sein, wie irische Agrarforscher von der Landwirtschaftsbehörde Teagasc herausfanden.

Miscanthus und KUP statt Grünland

Das Ausmaß der CO2-Emissionen hängt von der Balance zwischen Freisetzung und Sequestrierung ab. Die Freisetzung von Ackerland wird hauptsächlich auf das Pflügen und auf Brachezeiten zurückgeführt. Die Sequestrierung resultiert aus der Bindung in der wachsenden Biomasse und der Fixierung im Boden.
Wird Ackerland mit Miscanthus bepflanzt rechnen die Wissenschaftler mit einer CO2-Sequestrierung von 2,8 bis 4,1 Tonnen pro Hektar und Jahr. Bei der Nutzung von Kurzumtriebsplantagen (KUP) werden zwischen 1,8 und 2,7 Tonnen im Boden fixiert. Bei der Umwandlung von Dauergrünland gehen sie davon aus, dass langfristig keine anderen CO2-Raten gebunden werden – kurzfristig aber vor allem durch das Pflügen zwischen zwei und vier Tonnen Kohlendioxid pro Hektar und Jahr freigesetzt werden.
Die Iren haben jetzt aber neue Werte gemessen. Der Umbruch schlägt mit weniger als einer Tonne je Hektar und Jahr CO2-Emissionen zu Buche. Gleichzeitig sei die Gasaufnahme aus der Atmosphäre mindestens doppelt so hoch wie bei Grasland, so dass beim Umbruch von Grasland für die Biomasseproduktion eine Nettosequestrierung zu verzeichnen ist.

Höhere N-Effizienz

Außerdem benötigen Miscanthus und Weiden weniger Stickstoffdünger als Grün- oder Ackerland. Zwischen 50 und 100 Kilogramm Stickstoff sollen pro Hektar und Jahr weniger gebraucht werden. Das schlägt sich vor allem in der Lachgasbilanz nieder, dem Gas, das stärker auf die Treibhausbilanz wirkt als Kohlendioxid. Miscanthus und Schilf setzen weniger als 300 Kilogramm CO2-Äquivalent an N2O frei. Grünland oder Raps für die Biodieselproduktion kommen auf 850 bis 1.400 Kilogramm CO2-Äquivalent pro Jahr und Hektar

Die Zeit drängt

Die Agrarexperten verweisen auf die knappe Zeit. Nicht nur in Irland sollen die Bioenergieziele bis 2020 umgesetzt werden. Mehrjährige Pflanzen für die Biomasseproduktion hingegen brauchen vier bis fünf Jahre zur Etablierung eines Bestandes. Damit habe die Politik nur noch wenige Jahre Zeit, die richtigen Weichen zu stellen.

Lesestoff:

Die Studie wurde in der Herbstausgabe 2011 von TResearch veröffentlicht. www.teagasc.ie -> Publikationen

roRo

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