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Mit SchaZi hilft Thüringen den Schäfern

Landwirtschaft

Thüringen zahlt Weideprämie für Schafe und Ziegen

Bis Ende März 2019 können Schäfer in Thüringen jetzt eine Weidetierprämie für Schafe und Ziegen (SchaZi) beantragen. Das Umweltministerium fördert damit in den Jahren 2019-2021 die Weidehaltung und die Pflege von Biotopgrünland mit 25 Euro pro Tier und Jahr. Dazu erklärt Umweltministerin Anja Siegesmund: „Die Schäferinnen und Schäfer in Thüringen können sich auf unsere Unterstützung verlassen. Sie sind wertvolle Partner in der Landschaftspflege. Beispielsweise unsere kostbaren Steppenrasenflächen und die orchideenreichen Kalk-Magerrasen können überhaupt nur durch Schafbeweidung in einem guten Zustand erhalten werden.“

Deutschland hat im Gegensatz zu anderen Eu-Ländern keine gekoppelten Zahlungen mehr. Aus dieser Politik resultiert die Haltung, auch keine Weideprämie mehr einzuführen. SchaZi ist daher eine reine Landesprämie, die in diesem Jahr bis zu einer Höhe von 5.000 Euro je Betrieb ausbezahlt wird. Rechtlich ist das möglich, weil im Rahmen der de-minimis-Regelung innerhalb von drei Jahren nicht mehr als 15.000 Euro pro Agrarbetrieb erreicht werden. Anja Siegesmund möchte es aber nicht bei einem Länderprogramm belassen und fühlt in Brüssel vor, ob die Regelung auf 30.000 Euro für drei Jahre angehoben wird. Sonst ist die Förderobergrenze „sehr schnell erreicht“, sagte sie am Mittwoch.

Die Weideprämie soll den Rückgang der Schafe in Thüringen aufhalten. Gab es 1995 noch 180.000 Mutterschafe, sind es heute nur noch 100.000. Das ist zu wenig für die Beweidung wichtiger Grünlandflächen in den FFH-Gebieten, die zum Teil nicht mehr beweidet werden können. Fehlt die Beweidung, verbuschen die Flächen was nach Angaben des Umweltministeriums in Erfurt zu einem Rückgang des Dauergrünlands seit 2003 um 13 Prozent. Siegesmund kritisiert mit der Landesprämie die Bundesrepublik, weil insgesamt 22 weitere Länder gekoppelte Prämien für die Schafhaltung auszahlen.

Landwirtschafts- und Umweltministerium in Thüringen haben 2015 eine Schaf-AG für die Bereiche Bildung, Beratung und Aufstockung von Prämienvolumen für artenreiches Grünland mit 13 Millionen Euro gegründet. Für Verbesserungen der Schafhaltung in Thüringen gibt es zudem eine neue Förderkulisse „benachteiligtes Gebiet/spezifische Gebiete“ mit 100 Euro je Hektar für Schafhalter. Das Projekt „Weidewonne“ fördert die regionale Vermarktung im Rahmen „Lammgenuss und Landschaftspflege“.

Lesestoff:

Die endgültigen Antragsunterlagen können Schaf- und Ziegenbetriebe ab Mitte Januar unter http://bit.ly/SchaZie-Thüringen herunterladen. Antragstellungfrist ist bis zum 31. März 2019.

Regionale Vermarktung http://weidewonne.de

Gekoppelte Prämien haben zwei Seiten: Sie können zum einen einen Produktionszweig, der sonst nicht wettbewerbsfähig ist, aufrechterhalten, verzerrt damit aber den Wettbewerb zwischen Regionen, Ländern und auch den internationalen Handel.  Die gekoppelte Prämie reiht sich zwischen den Extrempositionen Produktionsschutz und unfaire Subvention ein.

Roland Krieg

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