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Monsanto auf Suche nach dem Hochzeitsgeschenk

Landwirtschaft

Monsanto holt sich Farmmanagementsystem aus Estland

Am 13. Dezember ruft Monsanto seine Aktionäre zu einer außerordentlichen Aktionärsversammlung zusammen. Der einzige Tagungspunkt ist die Fusion mit Bayer. Aktuell müssen weltweit mehr als 30 Kartellämter dem Megadeal von 59 Milliarden Euro zustimmen, aber auch noch die Aktionäre des amerikanischen Konzerns. Am späten Dienstag hat das Handelsblatt gemeldet, dass amerikanische Monsanto-Aktionäre eine Sammelklage gegen Deal eingereicht haben. Offenbar gibt es Gegenwind für den Verkauf an ein außeramerikanisches Unternehmen. Das dürfte auch nicht im Sinne des designierten Präsidenten Donald Trump sein, der kürzlich erst bei Ford vorstellig geworden sein soll, den Plan einer Werksverlagerung nach Mexiko zu vereiteln.

Derweil ist Monsanto auf der Suche nach einem passenden Hochzeitsgeschenk für die Leverkusener und wurde in Tallinn, der Hauptstadt Estlands, fündig. Die Monsanto-Tochter Climate Foundation hat nach Konzernangaben die Firma „VitaFields“ gekauft. Die 2011 gegründete Firma hat ein Farmmanagementsystem entwickelt und bietet das in mittlerweile sieben europäischen Ländern an. Das System soll neben einer Schlagkartei auch den Einsatz von Betriebsmitteln so anzeigen, dass sie im Einklang mit den europäischen Vorschriften stehen.

Dazu sagte Mike Stern, Hauptgeschäftsführer der Climate Corporation, am Montag: „Unsere Vision ist die Schaffung einer zentralisierten digitalen Plattform für den Landwirt aufzubauen, damit er alle notwendigen Instrumente für die Optimierung seiner Praxis erhält.“ VitalFields erfolgreiche Ausreichung im europäischen Markt ergänze nicht nur Monsantos eigenes System „FieldView“, sondern ist auch der erste Schritt in die EU.

Der Kauf hat auch einen monetären Aspekt. Die Investmentarm Monsantos (Monsanto Growth Ventures) sieht in dem Kauf eine strategische Investition in ein junges Unternehmen im Segment der Agrarwirtschaft.

Roland Krieg

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