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Moskitos breiten sich aus

Landwirtschaft

Afrika leidet unter Klimaerwärmung

Afrika südlich der Sahara verändert sich seit den 1990er Jahren bereits so, dass die heutigen Entwicklungsexperten den vierten Klimabericht des IPCC kaum abzuwarten brauchten.
In vielen Ländern ist die Wasserversorgung durch die hohe Niederschlagsvariabilität kaum noch gewährleistet und die Reservoire sind beängstigend leer. In Afrika leben mehr als 50 Prozent der Bevölkerung auf dem Land und sind auf die sensiblen Ökosysteme angewiesen. So haben die kargen Anbaubedingungen in den semi-ariden und sub-humiden Regionen, wo Regen nur unregelmäßig fällt, bereits zu Unterernährung geführt. Wissenschaftler des Science and Development Net (SciDev) fürchten in ihrer jüngsten Online-Publikation, dass Afrika auf ständige Nahrungsmittelhilfe angewiesen sein könnte. Und das, obwohl Afrika nur den geringsten Anteil an den Treibhausgasen beisteuert.

Ein Beispiel: Moskitos
Mittlerweile dehnt sich das Gebiet der Moskitos immer weiter aus. Dafür gibt es ein ganzes Bündel an Ursachen. Steigende Temperaturen fördern die Vegetationshabitate der Moskitos und breiten die Malaria bereits in den Hochlagen Burundis, Kenias und Ugandas aus. Steigender Niederschlag und Überflutungen haben in Mosambik neue Brutgebiete für die Stechfliege entstehen lassen. Trockenheit hat sogar den gleichen Effekt: So berichtet Umweltberater Suad Sulaiman von der Environment Conservation Society im Sudan, dass eine dreijährige Trockenheit mit zusätzlicher Wasserentnahme für die Stromgewinnung den Wasserspiegel des Lake Victoria gesenkt hat. Rund um die alte Uferlinie haben sich deswegen Reihen von Tümpeln gebildet, die ebenfalls von den Moskitos zum Brüten genutzt werden. Mehr als 26 Millionen Menschen leben am Lake Victoria und haben Wälder zerstört, um Nahrungsmittel oder Energiepflanzen anzubauen. Damit haben sie auch den natürlichen Räubern der Moskitos den Lebens- und Entwicklungsraum genommen.
Es bleibt jedoch noch viel zu tun, um das Risiko genau einzugrenzen. Meist fehlen aussagekräftige Daten für die Ausarbeitung von Gegenmaßnahmen. Das Kenya Medical Research Institut und das Ifakara Health Research and Development Center in Tansania haben begonnen so genannte „Sentinel“-Regionen einzurichten. In diesen malariafreien Gegenden sollen Übertragungswege und -muster für langfristige Strategien studiert werden.

Klimawandel in Afrika
SciDev wurde 2001 vom Magazin Nature gegründet und mit finanzieller Hilfe des britischen Entwicklungshilfeinstituts aufgestellt. In seiner neuesten Online-Ausgabe berichten Entwicklungshelfer über den Klimawandel und seine Auswirkungen auf Afrika südlich der Sahara. Sie stellen Empfehlungen für politische Entscheider in Afrika und für internationale Entwicklungsorganisationen auf: www.scidev.net

roRo

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