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Mühsame Wiederbelebung von Agroforstsystemen

Landwirtschaft

Baumreihen sind die Seelen der Ackerkultur

Baumreihen mit Getreidefeld

Baumreihen sind in der modernen Landwirtschaft an den Rand gerückt. Doch auf das Feld gepflanzt, mit ausreichend Platz für die Landtechnik, mit der Getreide, Leguminosen oder Kartoffeln bearbeitet werden, sind sie selten. Dr. Christian Böhm von der Brandenburgischen Technische Universität Cottbus-Senftenberg untersucht  Agro-Forstsysteme auf ihre Vorteile und kann von zahlreichen Umweltleistungen für Wertschöpfung und Energie berichten.

„Die Bäume und Sträucher schützen Felder vor starkem Wind und verringern so den Bodenabtrag. Die Windgeschwindigkeit kann bis zu 96 Prozent reduziert werden. So bleibt der Oberboden und damit der fruchtbarste und landwirtschaftlich bedeutendste Teils der Böden erhalten“, berichtete Christian Böhm auf der Abschlusstagung des Projektes „AUFWERTEN“ in Berlin.

Ein weiterer Vorteil: Die Gehölze verhindern, dass Nähr- und Schadstoffe in Oberflächengewässer und ins Grundwasser gelangen. Die Untersuchungen der Forscher zeigen, dass unter Pappelstreifen die mittlere Nitratkonzentration im Grundwasser mehr als 120 Mal niedriger ist als unter den Ackerkulturen. Und Bäume verbessern das Mikroklima und verringern die Verdunstung. So kann auch auf trockeneren Standorten mehr geerntet werden. Als Obst- oder Energieholzlieferanten schaffen Bäume eine zusätzliche Einnahmequelle für Landwirte.

„Die Flächen bieten Lebensraum für Vögel und Kleintiere und sind ideal für die Viehzucht von Rindern, Schafen und Hühnern“, so Böhm. „Agroforst-Systeme sind eine vielversprechende und zukunftsweisende Form der Landnutzung. Doch Landwirte stehen vor zahlreichen Herausforderungen, für die wir in den kommenden Jahren konkrete Lösungsansätze entwickeln müssen.“ So schränken die rechtlichen Rahmenbedingungen die Gestaltungsfreiheit von Agroforst-Systemen ein. „Bislang finden diese im deutschen und im EU-Agrarförderrecht keine Berücksichtigung.“ Zusammen mit den Forschungspartnern der TU München, der Uni Bayreuth und dem Leibniz-Institut für Agrartechnik Potsdam-Bornim wurde ein Vorschlag für die Förderung erarbeitet.

Lesestoff:

https://agroforst-info.de/

roRo; Foto: Christian Böhm

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