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MV übernimmt den Vorsitz der AMK

Landwirtschaft

Dienstältester Landesagrarminister lädt zweimal ein

Zweimal darf Deutschlands dienstältester Landwirtschaftsminister Dr. Till Backhaus den Bundeskollegen und alle Ressortvertreter aus den anderen Bundesländern zu sich einladen. Mecklenburg-Vorpommern hat den Vorsitz der Agrarministerkonferenz (AMK) übernommen und lädt vom 13. bis zum 15. April sowie vom 07. bis zum 09. September ein. Die Frühjahrskonferenz wird im malerisch gelegenen Schloss Fleesensee im Mecklenburger Großseenland durchgeführt, zum Herbst geht es an die Seepromenade in Warnemünde.

Schwerpunkt wird die Situation der Nutztierhaltung sein. „Gerade für Schweine- und Rinderhalter ist sie momentan dramatisch. Hier müssen Bund und Länder an einem Strang ziehen und die Landwirtschaft unterstützen, fordert Backhaus. Der Milchauszahlungspreis liegt in Mecklenburg-Vorpommern derzeit bei 25 bis 27 Cent je Kilo. Zehn Cent unter Vorjahresniveau. Für ein Kilo Schweinefleisch erhalten die Mäster derzeit nur noch 1,28 Euro. Hier lag der Vorjahrespreis mit 1,35 nicht wesentlich höher – aber vor zwei Jahren bekamen die Bauern noch 1,73 Euro.

Ein weiterer Schwerpunkt wird die Weiterentwicklung der „Gemeinschaftsaufgabe Verbesserung der Agrarstruktur und des Küstenschutzes“ (GAK) sein. „Das im Koalitionsvertrag formulierte Ziel, die Gemeinschaftsaufgabe noch deutlicher auf eine übergreifende Entwicklung der ländlichen Räumen auszurichten, ist meines Erachtens noch nicht erfüllt“, gibt sich der Sozialdemokrat kämpferisch. Der demografische Wandel und die Integration der Migranten erfordern eine neue Politik. Die Frühjahrskonferenz findet nur eine Woche nach dem Landesbauerntag statt. In Neubrandenburg tritt Rainer Tietböhl für eine Wiederwahl nicht mehr an und die Ergebnisse der AMK werden für den neuen Präsidenten die erste Gelegenheit für eine politische Einschätzung sein.

EU-Agrarkommissar Phil Hogan will im Verlauf dieses Jahres seine Vereinfachungen zur Agrarpolitik vorschlagen. Daher steht dieses Thema bereits auf der Agenda für die Herbstkonferenz. Die europäische Agrarpolitik sei zwar „erfreulicherweise“ nachhaltiger und ökologischer geworden, aber auch der Verwaltungsaufwand habe sich um ein Drittel erhöht. Backhaus: „Hier müssen wir gezielt nachjustieren und uns klar gegenüber der EU positionieren.“

roRo (Text und Foto)

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