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Nachhaltigkeitszertifikat für KUP geplant

Landwirtschaft

KUP nachhaltig anbauen

Die schnell wachsenden Weiden, Pappeln und Robinien erobern die Flur. Über einen Zetitraum von 20 Jahren werden sie alle vier bis fünf Jahre gehäckselt und energetisch verwertet. In der Zwischenzeit hat der kleine und dichte Wald seine Ruhe, bietet allerlei Arten ein Zuhause und schont den Boden. Das Potenzial für die Energiewende ist riesig, doch wird nur in kleinem Maße ausgenutzt. Verstecken müssen sich die Kurzumtriebsplantagen (KUP) nicht:

Doch KUP ist nicht gleich KUP. Nabu und das Bundesamt für Naturschutz haben den Kurzumtrieb in diesem Jahr einer naturschutzrechtlichen Bewertung unterzogen und wollen mit konkreten Empfehlungen Ökologie und Ökonomie verbinden.

Den nächsten Schritt vollzieht ein Gemeinschaftsprojekt von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) und dem Institut für Wald und Holz in Nordrhein-Westfalen. Das Institut in Münster will ein konkretes Nachhaltigkeitszertifikat für erreichte Ökostandards beim Anbau von KUP schaffen. „Das Zertifikat soll Agrarholzflächen als ökologische Alternativen etablieren und aufzeigen, dass besonders nachhaltig gewirtschaftet wird“, erklärte DBU-Generalsekretär Dr. Fritz Brickwedde.

In Münster stehen Agrarholzwälder bereits auf 10.000 Hektar und sind eher mit der konventionellen Landwirtschaft als mit der naturgemäßen Waldbewirtschaftung zu vergleichen. Gegenüber anderen Energiepflanzen ist die bebaute Fläche allerdings noch immer klein. „Der Anbau von Holz als Bioenergieträger ist insgesamt kostengünstiger als der anderer Energiepflanzen“, so Brickwedde. Vor allem die Bodenruhe ist ein großer ökologischer Vorteil. Bei Raps und Co. wird er jedes Jahr befahren, in der KUP nur alle paar Jahre.

Das geerntete Holz taugt nicht nur für die thermische Verwertung, sondern auch als Biokraftstoff der zweiten Generation, für Papier, Holzwerkstoffe, oder Verbundmaterialien zusammen mit Kunststoff.

Dr. Andreas Schulte, Leiter des Instituts, glaubt an eine Ausdehnung der Fläche durch die steigende Nachfrage: „Damit das Anlegen, Bewirtschaften und Ernten nachhaltig und umweltschonend durchgeführt wird, ist es sinnvoll, ein entsprechendes Zertifikat zu entwickeln und einzuführen.“

Naturschutzfachlich gesehen müssten die Agrarholzflächen in unterschiedlich große Blöcke eingeteilt werden. Hecken oder Sukzessionsflächen beispielsweise sorgten mit ihren unterschiedlichen Anbausystemen und Standzeiten zwischen den Ernten für eine größere Artenvielfalt in der Agrarlandschaft.

Lesestoff:

Naturschutzfachliche Bewertung

Roland Krieg

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