Menü

Nachmelkautomaten verkürzen die Melkzeit

Landwirtschaft

Für große Milchviehbetriebe interessant

Beim maschinellen Melken wird das ordnungsgemäße Nachmelken mit der Hand häufig vernachlässigt, weil die Arbeitsproduktivität des Melkers und die Anzahl gemolkener Kühe pro Stunde verringert werden und auch die physische Belastung des Melkpersonals bei dieser Tätigkeit nicht zu vernachlässigen ist. Aus diesen Gründen werden immer häufiger automatische Nachmelkvorrichtungen eingesetzt. Am Landwirtschaftlichen Zentrum für Rinderhaltung in Aulendorf wurde untersucht, wie sich der Einsatz dieser Nachmelkautomaten auf das Milchabgabeverhalten der Kühe auswirkt. In der Erhebung wurden alle Tiere eines Betriebes während 14 aufeinander folgenden Melkzeiten mit Melkzeugabnahmeautomatik und Nachmelkautomatik gemolken, anschließend 14 Melkzeiten ohne Nachmelkautomatik. Das Melken mit Nachmelkautomaten führte zu einem deutlich besseren Milchabgabeverhalten der Kühe. Bei einer Belastung des Melkzeugs bei einem Milchfluss von 0,6 kg pro Minute verringerte sich die Melkzeit um durchschnittlich 36 Sekunden. Das durchschnittliche Minutengemelk war entsprechend um 0,20 kg pro Minute höher. Die Aulendorfer Wissenschaftler kommen zu dem Schluss, dass der Einsatz eines Nachmelkautomaten die Melkdauer bei gleichen Milchmengen deutlich verkürzt. Das führt zu einer Schonung des Eutergewebes und damit insgesamt zu einer besseren Eutergesundheit. Für den Milchviehhalter verkürzt sich die Arbeitszeit und er kann mehr Kühe pro Stunde melken. In Gruppenmelkständen ist dieser Vorteil nur dann zu erwarten, wenn der Nachmelkautomat bei allen Kühen der Gruppe zu einer Verkürzung der Melkdauer führt. Die relativ teuren Nachmelkautomaten dürften damit auch in Zukunft vornehmlich in großen Gruppen- oder Karussellmelkständen eingesetzt werden. Auch bei Kühen mit schlechter Euteraufhängung stößt der Nachmelkautomat an seine Grenzen. Hier muss weiter manuell das Melkzeug zum Ende der Melkzeit belastet werden, um die Restmilch zu ermelken.

Renate Kessen, aid infodienst

Zurück