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Nährstoffbericht Schleswig-Holstein

Landwirtschaft

SH stellt ersten Nährstoffbericht vor

Nach Niedersachsen hat jetzt auch Schleswig-Holstein einen Nährstoffbericht aus der Landwirtschaft erstellt [1]. Der am Montag vorgestellte Bericht weist einen höheren Nährstoffeintrag aus der Landwirtschaft auf als bekannt. Landwirtschaftsminister Robert Habeck leitet daraus einen großen und dringenden Handlungsbedarf ab. In Gebieten mit „intensiver Tierhaltung und einer großen Anzahl von Biogasanlagen“ belasten die Nährstoffe das Grund- und Oberflächenwasser. „Wir müssen die Einträge von Stickstoff aus der Landwirtschaft reduzieren, um das Trinkwasser künftiger Generationen zu schützen“, sagte Habeck. Prof. Friedhelm Taube von der Christian-Albrechts-Universität ergänzte: „Unsere Studie zeigt, dass der Nährstoffanfall für Schleswig-Holstein bislang noch immer unterschätzt wird, insbesondere weil auch der Mineraldüngereinsatz zu niedrig angesetzt wird.“

Der Bericht weist den Stickstoffsaldo pro Hektar mit 80 kg pro Jahr aus. Erlaubt sind derzeit im Dreijahres-Mittel 60 kg pro Jahr und Hektar. Bei Berücksichtigung der Ammoniakemissionen liege der Saldo sogar bei 118 kg pro Jahr und Hektar.

Prof. Taube: „Wir sehen seit mehr als zehn Jahren keine Verringerung bei der Belastung der Gewässer mit Nitrat und der Luft mit Ammoniak. Der Gülleanfall von 35.000 Kühen zusätzlich weist auf eine Verschlechterung der Situation hin. Obwohl Schleswig-Holstein ein Gunststandort für Intensivlandwirtschaft ist, sind diese Überschüsse nicht akzeptabel.“

Habeck fordert nicht nur eine schnelle Umsetzung der Düngeverordnung, die noch beim Bund in der Novellierung ist, sondern wird in diesem Jahr aufgrund des Berichtes ein neues Förderprogramm für gewässerschonende Düngetechniken auflegen. Das Volumen soll bei bis zu einer Million Euro im Jahr liegen. Landwirte, die sich neue Technik für die Gülleausbringung anschaffen, können voraussichtlich ab Spätsommer einen Zuschuss von bis zu 20 Prozent holen.

Dem Bund will er mit einem Bundesratsantrag am kommenden Freitag dazu bewegen, erstmals Gärreste aus Biogasanlagen in der Obergrenze der Stickstoffausbringung von 170 kg N pro Jahr und Hektar zu berücksichtigen.

Lesestoff:

Den Nährstoffbericht aus Schleswig-Holstein finden Sie unter www.schleswig-holstein.de/DE/Fachinhalte/W/wasserrahmenrichtlinie/aktuelles.html

[1] Dritter Nährstoffbericht Niedersachsen

roRo

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