Neue Forschung über Glyphosat

Landwirtschaft

Uni Rostock Bindungspotenzial klären

Peter Gros von der Uni Rostock
Peter Gros führt Experimente an vielen Bodenproben verschiedener Regionen durch. Die Proben werden mit Glyphosat versetzt und es wird die Menge an Glyphosat bestimmt, die im Boden verbleibt

Einmal im Boden an Metalloxide gebunden, wird Glyphosat von Bakterien zu Kohlenstoffdioxid und Phosphat abgebaut. So dachten die Wissenschaftler lange. Peter Gros muss es wissen, denn er beschäftigt sich seit zwei Jahren intensiv mit dem umstrittenen Stoff und will an der Agrar- und Umweltwissenschaftlichen Fakultät der Universität Rostock seine Geheimnisse enthüllen.

„Es gibt unzählige Studien, die sich widersprechen“, erklärt Gros. Er betrachtet den Wirkstoff zusammen mit Prof. Peter Leinweber aus dem Bereich Bodenkunde und dem theoretischen Physiker Prof. Oliver Kühn auf seine Wechselwirkungen mit Bodenbestandteilen. Glyphosat wurde auch oberhalb der Grenzwerte in der Ostsee gefunden. „Dort dürfte es aus bodenkundlicher Sicht nie hingelangen“, so Gros. Prof. Detlef Schulz-Bull vom Leibniz-Institut für Ostseeforschung Warnemünde (IOW): „Das Pflanzenschutzmittel Glyphosat kann über die Flüsse in die Ostsee eingetragen werden. In Mündungsgebieten sowie in Küstengewässern von Mecklenburg-Vorpommern wurden hohe Konzentrationen von Glyphosat und das Abbauprodukt AMPA nachgewiesen. Die Transportprozesse und die biologischen Effekte sind Bestandteile aktueller Arbeiten am IOW.“

Bislang konnte das Team um Peter Gros Wechselwirkungen des Wirkstoffes mit organischer Substanz nachweisen. Es gebe nach monatelangen Untersuchungen eindeutige Hinweise, dass, obwohl Glyphosat stark im Boden gebunden sei, dennoch mobil, also auswaschbar sein könnte. Das werde aus Sicht des Forschers durch das komplexe System Boden mit seiner organischen Bodensubstanz möglich.   

Als nächstes wollen sie Bodenproben in Kanada mit hochenergetischer Strahlung untersuchen. Damit erhoffen sie sich Details über das konkrete Bndungsverhalten des Wirkstoffs an Bodenteilchen.

Roland Krieg; Foto: Julia Tetzke (Universität Rostock)

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