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Neue Klimaberechnungen für Deutschland

Landwirtschaft

Deutschland in Bedrängnis ohne Klimapolitik

Das in Paris vereinbarte Zwei-Grad-Ziel ist noch erreichbar. Aber wenn nicht, kommt auch Deutschland in Bedrängnis. Dieses Fazit zieht die Universität Hohenheim nach einer zweitägigen Präsentation der neuesten Klimadaten für Deutschland und den Flusseinzugsgebieten. Drei Jahre lang haben die Hohenheimer mit anderen Forschern im Projekt „Regionale Klimaprojektionen Ensemble für Deutschland“ (ReKliEs-De) Informationen für belastbare Aussagen über die Bandbreite des Klimawandels in Deutschland gesammelt und ausgewertet.

Appell an Politik

Die Tagung in Wiesbaden endete mit einem dringenden Appell an die Politik, den Ausstoß von Treibhausgasen dem Klimavertrag entsprechend zu reduzieren. Wenn nicht, werden Hitzeperioden zunehmen, Starkregen heftiger und die Jahresmitteltemperatur erhöht sich um vier Grad Celsius. Das hat Konsequenzen für Landwirtschaft und Gesellschaft. „Das wäre ein Desaster“, warnt Prof. Dr. Volker Wulfmeyer, Klimaforscher an der Universität Hohenheim. „Viele Menschen würden schwere gesundheitliche Probleme bekommen und auch die Landwirtschaft geriete in Schwierigkeiten.“ Beispielsweise könne der Anbau von ertragreichem Winterweizen problematisch werden, weil dieser zum Wachstum eine Frostperiode benötigt.

Wenn im Winter der Schnee fehlt

Bei den Niederschlägen haben die Forscher große Unterschiede zwischen den Jahreszeiten errechnet: Im Winter nehmen die Niederschläge signifikant zu. „Da es wärmer wird, werden im Winter die Hochdruckgebiete aus Sibirien zurückgedrängt. Stattdessen haben wir mehr atlantische Tiefdruckgebiete“, erläutert Prof. Dr. Wulfmeyer.

Das Problem: Durch die höheren Temperaturen kommt der Niederschlag im Winter vermehrt als Regen statt als Schnee auf die Erde. Schnee dient aber als Speicher, der bei der Schneeschmelze im Frühjahr die Grundwasservorräte auffüllt, Regen dagegen wird rasch in die Meere abgeführt. Mit kritischen Folgen: „Wir müssen uns auf mehr Hochwasser im Winter einstellen“, warnt die Hohenheimer Projektmitarbeiterin Dr. Viktoria Mohr, „und darauf, dass die Grundwasservorräte zurückgehen.“

Im Sommer wird es dagegen trockener, es ist häufiger mit mehr Tagen in Folge ganz ohne Niederschlag zu rechnen. Besonders die Anzahl der Perioden mit mehr als 14 Tagen ohne Regen nimmt zu.

Lesestoff:

http://reklies.hlnug.de/startseite/

roRo

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