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Neuer Ärger um das staatliche Tierwohl-Label

Landwirtschaft

Arbeitet Schmidt an einer Mogelpackung?

Nachdem das Bundeslandwirtschaftsministerium auf der Grünen Woche zu seinem angekündigtem staatlichen Tierwohl-Label lediglich das Signet enthüllen konnte und für Ostern den Kriterienkatalog versprach [1], scheint das Label noch immer in einer Krise zu stecken. In einer Woche ist Ostern. Doch die Veröffentlichung von Kriterien lässt auf sich warten. Eine Weiterentwicklung soll es in den letzten Monaten nicht gegeben haben.

Nachdem Insider den bisherigen Entwurf in einigen Medien als Mogelpackung kritisieren, weil die Kriterien gerade einmal an den gesetzlichen Mindeststandards orientieren, wehrt sich eine Sprecherin des Ministeriums vehement gegen die Aussage, es gebe bereits eine Festlegung von Kriterien. Beispielsweise soll es um ein Stück Holz gehen, das als Spielzeug gegen die Langeweile in den Sauenstall gelegt wird – obwohl das in der Tierschutzhaltungsverordnung bereits vorgeschrieben ist.

Derzeit laufe noch die Finalisierung, sagte die Sprecherin. Die Kriterien werden erst vorgelegt, sobald sie feststehen: „Wenn die Kriterien fertig abgestimmt sind, dann stellen wir sie gerne vor.“ Einen Zeitraum nannte die Sprecherin allerdings nicht.

Was in den öffentlich-rechtlichen Medien als Skandal getitelt wird, stimmt ebenfalls nicht. So ist es kein Geheimnis, dass die Brancheninitiative Tierwohl (ITW) die Einstiegsstufe des mehrstufigen staatlichen Tierwohls werden könnte. Deren Kriterien und die des Deutschen Tierschutzbundes dienen als Vorlage für ein  neues Label. Zudem arbeitet die ITW bereits mit einer funktionierenden Kontrollinfrastruktur, auf die aufgesattelt werden kann.

Lesestoff:

[1] Kommentar zum staatlichen Tierwohllabel: https://herd-und-hof.de/landwirtschaft-/tierwohllabel-fuer-das-fernsehen.html

Roland Krieg

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