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November-Agrarrat in Brüssel

Landwirtschaft

EU-Agrarrat in Brüssel

Nachhaltiger Pflanzenschutz

Christian Schmidt durfte sich in Brüssel vor Ort das Lob für den nachhaltigen Pflanzenschutz abholen. Die Agrarminister besprachen den kürzlich von der Kommission vorgelegten Bericht [1]. Dennoch sprach der Bundesagrarminister die Herausforderungen an. Am wichtigsten wird offenbar die wissenschaftliche Entscheidung in der Risikobewertung ein. Die Wissenschaft müsse Basis bleiben, doch insgesamt transparenter, nachvollziehbarer und vermittelbarer werden, forderte Schmidt mit Blick auf die zurückliegenden Diskussionen um den Wirkstoff Glyphosat. Die Forschung müsse nachhaltigere Pflanzenschutzmittel, nicht-chemische Anwendungen, den biologischen Pflanzenschutz und die EU-weite Harmonisierung der Risikobewertung in den Vordergrund stellen. Aus dem Kommissionsbericht leite Deutschland die Hausaufgaben für eine verbesserte Ausbildung und bessere Anwendungstechnik ab, auch wenn die Landwirte mittlerweile einen Sachkundenachweis führen und die Feldspritzen alle drei Jahre dem TÜV vorgeführtwerden müssen.

Handelsoptionen

Zwischen September 2016 und August 2017 hat der Export von Agrarprodukten mit einem Plus von fünf Prozenteinen Wert von 136,3 Milliarden Euro erzielt. Die Agrarminister zeigten sich dennoch besorgt, dass bei den anstehenden Handelsrunden mit Mexiko und dem südamerikanischen Mercosur europäische Produkte wie beispielsweise Rindfleisch unter Druck geraten könnten. Agrarkommissar Phil Hogan versprach nicht nur die Berücksichtigung der europäischen Sorgen, sondern kündigte auch eine neue Reise nach Saudi Arabien und in den Iran vom 07. bis zum 13. November an, die neue Absatzmärkte erschließen soll. Für die Kofinanzierung von Agrarmarketingmaßnahmen europäischer Produkte im Ausland stehen in diesem Jahr 133 Millionen Euro zur Verfügung.

Osteuropa

Wiederholt stand das Thema verschiedener Lebensmittelqualitäten auf dem Programm. Die osteuropäischen Länder trugen erneut das Verständnis der Verbraucher vor, dass ein Logo einer europaweiten Marke als Qualitätsmerkmal angesehen wird und unterschiedliche Rezepturen für verschiedene Länder nicht nachvollziehen können.

Die so genannte Visegrad-Gruppe Ungarn, Polen, Tschechien und die Slowakei hat zudem in diesem Jahr zusammen mit Bulgarien, Rumänien und Kroatien eine Bio-Ökonomie-Initiative vorgetragen. In den Bereichen Landwirtschaft, Energie und Beschäftigung sollen makroökonomische Strukturen für ein nachhaltiges Wirtschaften aufgebaut werden. Die Gruppe traf sich 2016 zum ersten Mal und verabschiedete in diesem September einen Fahrplan für eine Agenda (The Strategic Research and Innovation Agenda SRIA).

Lesestoff:

[1] EU-weit zu wenig integrierter Pflanzenschutz: https://herd-und-hof.de/landwirtschaft-/pflanzenschutzmittel-nachhaltiger-einsetzen.html

Roland Krieg

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