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NRW will Öko-Stagnation beenden

Landwirtschaft

NRW will Ökolandbau „ambitioniert“ ausbauen

Regionale Lebensmittel liegen auch bei Verbrauchern in Nordrhein-Westfalen im Trend. Vor allem Kartoffeln und Erdbeeren kommen nahezu direkt vom Feld nebenan. Wenn es dann auch Produkte aus dem ökologischen Anbau sind, kann der Konsument gleich mehrfach etwas für die Umwelt tun. Aus diesem Grund besuchte Staatssekretär Horst Becker aus dem Landwirtschaftsministerium den Knollmannshof der Familie Weißenbach in Bad Salzuflen.

„Wir haben uns das Ziel gesetzt, die Ökolandwirtschaft in Nordrhein-Westfalen ambitioniert auszubauen und die stetig wachsende Nachfrage nach Bio-Lebensmitteln möglichst mit heimischer Ware zu decken und damit die regionale Wertschöpfung zu stärken", sagte Horst Becker. Der Schwerpunkt des 1976 auf Öko-Landwirtschaft und seit 1986 von Demeter zertifizierten Knollmannshofs liegt beim Gemüseanbau mit allen Sorten Kohl, Möhren, Pastinaken, Rote Bete und Wurzelpetersilie. Diese wachsen auf 18 der insgesamt 38 Hektar Betriebsfläche. Auf der anderen Fläche wird zur Bodenerholung Kleegras angebaut.

Produkte gibt es im eigenen Hofladen für rund 500 Kunden pro Woche. Seit acht Jahren gibt es eine Gemüsekiste mit Brot, Milchprodukten, Getreide, Kaffee und Süßigkeiten.

Seit 2011 allerdings stagniert der Ausbau des Ökolandbaus in NRW: Aktuell gibt es 1.800 Betriebe, die 70.000 Hektar ökologisch bewirtschaften. Nach Becker stellen nicht mehr Landwirte um, weil die Investitionen für Tierhalter sehr hoch sind, die Pachtpreise gestiegen sind und der Preisabstand auf erzeugerebene zwischen ökologischen und konventionellen Produkten zu gering ist. Für dieses Jahr rechnet das Ministerium mit einem Umstellungsplus.

Damit noch mehr Landwirte umstellen plant NRW bis 2020 rund 133 Millionen Euro für die Umstellung ein. Die Mittel stammen aus dem neuen Programm „Ländlicher Raum“ und sind mehr als 50 Prozent über dem Volumen der alten Förderperiode bis 2013 (84 Millionen Euro). „Wenn unsere Landwirtinnen und Landwirte Gelder für Natur- und Tierschutzmaßnahmen oder den Öko-Landbau erhalten, ist das keine Betriebssubvention, sondern ein Leistungsentgelt für öffentliche Güter. Dieser Wert wird immer mehr Menschen bewusst. Dementsprechend groß sind das Vertrauen in die ökologische Landwirtschaft und die Nachfrage nach Bioprodukten", sagte Minister Johannes Remmel.

roRo

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