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Nutzung des Landschaftspflegeholzes

Landwirtschaft

Energieholz und Artenvielfalt

Unter der Überschrift „Biodiversität und Energieholz“ trafen sich Wissenschaftler und Politik in Erfurt, um über eine Form der gemeinsamen Nutzung von Naturschutz- und Energiefläche zu beraten.
Ein Beispiel ist der Trockenrasen, der zur Erhaltung entbuscht und anschließend beweidet werden muss. Warum also das entfernte Strauchwerk nicht energetisch verwenden? In Thüringen und Brandenburg wurden daher seit 2007 von insgesamt 37 Naturschutzflächen das Landschaftspflegeholz als Hackschnitzel verkauft. Es wurden verschiedene Erntetechniken verwendet und die Einsparpotenziale berechnet.

Kosten für Landschaftspflege sinken

„Die Ergebnisse des Projektes sind insgesamt sehr positiv“, so Projektleiter Dr. Dierk Conrady bei der Abschlussveranstaltung. „Durch die Hackschnitzelnutzung ließen sich die Kosten für die Landschaftspflege reduzieren – im Durchschnitt um 25 Prozent.“ Es konnten keine negativen Auswirkungen des Technikeinsatzes festgestellt werden – allerdings besteht weiterer Optimierungsbedarf bei der Beräumung der Naturschutzflächen von holzigem und teilweise dornigem Restmaterial. Sehr positiv ist die Klimabilanz: Mit dem Landschaftspflegeholz einer etwa vier Hektar großen durchschnittlich verbuschten Fläche können insgesamt gut 80.000 Liter Heizöl und damit rund 200 Tonnen CO2 eingespart werden – der zusätzliche CO2-Ausstoss für das Ernten, Hacken sowie den Transport zum Heizkraftwerk liegt im konkreten Fall hingegen nur bei 3,8 Tonnen. Auch die Qualität der Hackschnitzel ist in der Regel sehr gut: „Trockenrasen sind oft nach Süden ausgerichtet – damit ist das Strauchwerk einer starken Sonneneinstrahlung ausgesetzt. Bei längerer Lagerung ist der Wassergehalt des geernteten Holzes gering, was sich positiv auf den Energiegehalt auswirkt“, so Dr. Conrady.

Eingang in die Praxis

Adrian Johst, Geschäftsführer der Naturstiftung David, forderte die Berücksichtigung der Ergebnisse in der Politik. So solle geprüft werden, ob Fördergelder für die Entbuschung erst dann ausgezahlt werden, nachdem vorab eine energetische Verwendung geprüft wurde. Es gibt aber auch gesetzliche Hürden, wie beispielsweise das Thüringer Waldgesetz. Ist eine Fläche zu stark zugewachsen wird sie als Wald deklariert. Um den Trockenrasen wieder zum Vorschein zu bringen, sei ein hoher Verwaltungsaufwand nötig, um die Genehmigung zum Entbuschen zu bekommen. Die Verbindung zwischen Naturschutz und Energienutzung könnte als Vereinfachungsgrund angeführt werden dürfen.

Lesestoff:

Die ausführlichen Projektergebnisse finden Sie unter www.naturstiftung.de -> Eigenprojekte -> Biodiversität und Energieholz

roRo

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