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Ökolandbau: Infos satt

Landwirtschaft

BBA mit neuem Buch und neuem Internetangebot

Der moderne Landwirt kommt ohne den aktuellsten Informationsstand nicht mehr aus. Daher sind neue Veröffentlichungen wertvoller denn je, zumal wenn sie etwas wirklich neues beinhalten und den bestehenden Informationsdschungel zu ordnen wissen. In dieser Woche hat die Biologische Bundesanstalt für Land- und Forstwirtschaft (BBA) gleich zweimal den Informationsbedarf für den Ökolandbau gedeckt.

Pflanzengesundheit im Ökologischen Landbau
BBA-Wissenschaftler haben ein Lehrbuch herausgegeben, das als erstes im deutschsprachigen Raum einen kompakten Überblick über alternative Pflanzenschutzmaßnahmen bietet.
Der Ökologische Landbau muss sich mit den gleichen Krankheitserregern und Schadbildern auseinander setzen wie der Nachbar im konventionellen Landbau. Aber es dürfen keine synthetischen Pestizide zum Einsatz kommen und manchmal steht der Ökobauer vor neuen Problemen. Vorbeugende Maßnahmen wie dieNeues Buch der BBA Bodenbearbeitung, Standort- und Sortenwahl, Fruchtfolgegestaltung oder die Einbindung von Nützlingen sind das Fundament, auf denen die Pflanzengesundheit im Ökologischen Landbau ruht. Pflanzenschutz- und -stärkungsmittel bilden die Spitze der Maßnahmenpyramide. Bislang mussten sich die Bauern das notwendige Wissen über die Regulierung von Unkräutern, Krankheiten und Schädlingen im Ökolandbau aus verschiedenen Quellen zusammen suchen. Für den Suchenden und Studierenden gibt es aber jetzt ein neues (Lehr)Buch. „Zum ersten Mal liegt damit das Know how aus diesem Sektor gebündelt vor“, freut sich Dr. Stefan Kühne vom BBA und einer der drei Herausgeber des Buches. „Es ist das erste Buch im deutschsprachigen Raum zum Pflanzenschutz im Ökolandbau, das sich wirklich mit allen Kulturen von Ackerpflanzen über Obst bis hin zum Weinbau beschäftigt.“
Eine weitere Besonderheit ist das Kapitel über Vorratsschutz als wichtigstes Bindeglied zwischen Erzeuger und Verbraucher. „Durch unsachgemäße Lagerung entstehen große wirtschaftliche Verluste im Ökosektor und in der Literatur finden sich kaum Informationen darüber“, so Dr. Kühne.
Stefan Kühne, Ulrich Burth, Peggy Marx (Herausgeber): „Biologischer Pflanzenschutz im Freiland. Pflanzengesundheit im Ökologischen Landbau“, Eugen Ulmer Verlag, Stuttgart, 2006, (ISBN-13: 978-3-8001-4781-6), 288 S.; 250 Abb., 59,90 Euro

Datenbank für Pflanzenstärkungsmittel
Als Ergänzung für die Wissensdurstigen hat das BBA unabhängig von der Bucherscheinung seine Datenbank über Pflanzenstärkungsmittel online geschaltet. Diese sind ein Teil der Ökologischen Abwehrstrategie, Nutzpflanzen vor Mitbewerbern bei Nährstoffen zu schützen. Die Zahl dieser Mittel ist groß und detaillierte Informationen sind oft nur schwer zu finden. Meist werden sie mündlich weitergegeben, sagte Dr. Gerlinde Nachtigall vom BBA am Telefon zu Herd-und-Hof.de. Das BBA hat sich die Mühe gemacht und alle Hersteller der Pflanzenstärkungsmittel kontaktiert, um den aktuellen Stand der Forschung zu erfragen. Das Wissen über die einzelnen Mittel kann jetzt in einer frei zugänglichen Datenbank über das Internet abgerufen werden und die Experten der BBA haben sich sogar die Mühe gemacht, Mittel mit einem Plus oder Minus zu bewerten. Eine Prüfung zur Zulassung gibt es bei den Mitteln nicht.
Die Daten stammen aus Literaturrecherchen und Versuchsergebnissen, die das BBA, die ökologische Anbauverbände, öffentliche Forschungseinrichtungen oder der amtliche Pflanzenschutzdienst erarbeitet und teilweise nicht veröffentlicht haben. In der Datenbank können Praktiker nach unterschiedlichen Suchkriterien recherchieren und die Mittel in ihr Anbaukonzept integrieren.
Die Datenbank ist erreichbar unter: http://pflanzenstaerkungsmittel.jki.bund.de/

Nachtrag (26.05.12): Im Zuge einer Behördenreform wurde aus dem BBA das Julius-Kühn-Institut (JKI). Der Link wurde angepasst.

roRo

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